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Wie gemalt: Der Neustart der Dorfgalerie Großpetersdorf | Collector
Wie gemalt: Der Neustart der Dorfgalerie Großpetersdorf
KURIER

Wie gemalt: Der Neustart der Dorfgalerie Großpetersdorf

Von Vanessa Halla Nach Monaten des Stillstands kehrt Leben in die Dorfgalerie Großpetersdorf im Bezirk Oberwart zurück. Mit einem neuen Kurator, frischen Ideen und einem klaren Bekenntnis zur regionalen Kunstszene wird der Ausstellungsort an der Hauptstraße im Jahr 2026 wiederbelebt. Dass dieser Schritt gerade jetzt erfolgt, ist kein Zufall – sondern das Ergebnis persönlicher Verbundenheit, kultureller Verantwortung und eines starken lokalen Netzwerks. Johann Farkas, der die kuratorische Leitung übernimmt, kennt die Galerie und ihre Geschichte genau. Der ehemalige Zeichenlehrer unterstützte den bisherigen Leiter Josef Tauber über Jahre. Nach dem Unfall des Altlandesrates stand die Zukunft der Einrichtung plötzlich in den Sternen. Die Dorfgalerie soll, so ihr neue Leiter, auch künftig das bleiben, was sie immer war: ein Ort für Kunst im kleinen Format, aber mit großer Wirkung. Bekanntes und Neues Johann Farkas: „Im Fokus stehen sowohl etablierte Namen als auch regionale Künstlerinnen und Künstler, die hier eine Bühne erhalten. Gerade dieser Mix ist Teil unseres Konzepts: Bekannte Positionen stärken den Ruf, während neue, mitunter noch unbekannte Stimmen bewusst gefördert werden. Die Dorfgalerie soll nicht nur ein Ausstellungsraum sein, sondern auch ein Begegnungsort und Impulsgeber innerhalb der lokalen Kulturszene.“ Dass eine Galerie in Zeiten knapper Ressourcen wiedereröffnet wird, mag manche überraschen. Für Farkas ist es jedoch ein klares Zeichen: „Kulturorte sind essenziell für das gesellschaftliche Leben. In einer Gemeinde mit über 3.000 Einwohnern stellt die Dorfgalerie von Großpetersdorf eine wertvolle Ergänzung dar. Sie schafft Raum für Austausch, Inspiration und gemeinsames Erleben.“ Kreatives Understatement Den Auftakt des neuen Programms bildet am 24. April die Ausstellung „Linie-Kohle-Farbe“ von Elke Mischling. Die Künstlerin, die in Oberdorf lebt, zeigt über 30 ihrer Arbeiten – darunter Zeichnungen und Skulpturen. Ihre Beschäftigung mit Kohle als Material verweist auf eine bewusste Reduktion und Rückkehr zum Ursprünglichen. Es gehe darum, so Mischling, „zu den vermeintlich einfachen Dingen zurückzufinden“. Die Ausstellung markiert zugleich ihre erste Präsentation im Südburgenland seit ihrem Umzug – und damit auch einen persönlichen Neubeginn der Künstlerin. Mit mehreren geplanten Ausstellungen im Jahr 2026 knüpft die Dorfgalerie an ihre Tradition an. Seit ihrer Gründung 2002 hat sie sich als Plattform für unterschiedlichste künstlerische Positionen etabliert – von Autodidakten bis hin zu überregional bekannten Namen. Das 20-jährige Jubiläum wurde im Jahr 2022 gefeiert, mit der Reaktivierung der Galerie folgt der nächste Aufbruch. Die Wiedereröffnung ist mehr als ein organisatorischer Neustart: Sie ist ein klares Bekenntnis zur Bedeutung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum.

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