Vienna
Beim 17. Nussbaumer Strategie-Forum diskutierten rund 120 Branchenvertreter, wie Hotels ihre wachsenden Datenmengen besser nutzen können. Im Fokus standen KI, Personalisierung und die Frage, wie aus Zahlen fundierte Entscheidungen werden. Daten als Schlüssel für bessere Entscheidungen Hotels sammeln täglich viele Informationen zu Themen wie: Buchungsverhalten, Auslastung, Zielgruppen, Umsätze oder auch Gästefeedback. Diese Infos rücken nun ins Zentrum strategischer Überlegungen. Beim 17. Nussbaumer Strategieforum wurde deutlich: Wer diese Daten richtig nutzt, kann sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. Daten sind nicht einfach irgendwelche Zahlen, "sondern viel, viel mehr“, sagt Dr. Christoph Nussbaumer, Initiator der Tagung. Es gehe darum, den eigenen Umgang mit Daten zu hinterfragen und sie bewusst in Entscheidungen einfließen zu lassen. Zwischen Bauchgefühl und Datenanalyse Viele Hoteliers stehen vor einem Spagat. Einerseits spielt die Intuition weiterhin eine große Rolle. Andererseits wächst der Druck, Entscheidungen stärker datenbasiert zu treffen. „Ich bin ein bisschen ein Hybrid“, sagt Mag. Daniela Kari-Ebner, Inhaberin und Geschäftsführerin des Waldhof Fuschlsee Resorts. „Mein Bauchgefühl ist mir sehr wichtig“, aber gerade bei langfristigen Entscheidungen würden Daten helfen, mehr Klarheit zu bekommen. „Ich baue da ganz gerne auf beide Säulen.“ Komplexität wächst mit der Datenflut Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigt nicht nur die Menge der Daten, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sie entstehen. Für viele Betriebe wird es zur Herausforderung, überhaupt noch den Überblick zu behalten. „Stichwort: Information Overload“, so Prof. Dr. Sandra Bayer, Chief Anchor Officer bei Anker & Alpen Consulting GmbH. Auch die Komplexität sei oft nicht mehr greifbar. „Hotelliers brauchen einen pragmatischen Ansatz, um damit umzugehen und überhaupt noch damit arbeiten zu können. Daten überhaupt zu sortieren, die Datenqualität zu sichern, und dann letztendlich auch wieder Managemententscheidungen daraus ableiten zu können". Personalisierung als Zukunft der Branche Ein zentrales Thema war die gezielte Ansprache von Gästen. Je besser die Datenbasis, desto individueller können Angebote gestaltet werden – bis hin zur sogenannten Hyperpersonalisierung. Die Voraussetzung dafür: ein konsolidiertes Datenmanagement. Ein zentrales Gastprofil, das alle relevanten Informationen bündelt, gilt dabei als Schlüssel. Damit könnten Hotels „das richtige Angebot zur richtigen Zeit an die richtige Zielgruppe“ bringen, wie Philipp S. Ingenillem, BA, betont. Austausch auf Augenhöhe Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung auch Raum für offenen Austausch. Besonders geschätzt wurde die Transparenz der Speaker. „Die Offenheit, mit der die Speaker hier tatsächlich interagieren, Zahlen veröffentlichen, ehrlich sprechen und auch Verluste und Niederschläge kommunizieren, ist in dieser Form wirklich einzigartig“, so Ingenillem. Gerade dieser ehrliche Einblick in Strategien und Herausforderungen anderer Betriebe mache den Mehrwert solcher Formate aus. Ein Thema, das bleibt Acht Stunden Programm, zahlreiche Perspektiven – und ein klares Fazit: Die Branche steht mitten in einem Wandel. Wer seine Daten versteht, hat die klar besseren Karten. (LÄNDLE TV)
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