KURIER
Auf kurzen Wegen kann man wählen, ob man in Kunstschätzen, packender Geschichte, Käse und grandiosem Essen oder doch im Wein versinkt. Und schlafen kann man im Schloss. 1.Wein-Domäne Schon der Blick auf die Hänge der Côte d’Or zeigen, wie wichtig Wein hier ist. Sie gehören zu den besten Lagen der Welt – Böden speziell, Ausrichtung perfekt. Der Name Goldküste oder Goldhang kommt angeblich von Napoleon, er sah den riesigen Geländeabriss in herbstlichem Gelb. Am besten verkostet man in Weingütern (domaine), z. B. bei Patriarche mit dem größten Weinkeller im Burgund, oder einfach an schönen Orten im Lokal (Bild: Place de la Libération mit dem typischen Schaumwein Crémant im Glas). Geballtes Wissen über die Wein-Region gibt es in Cité des Climats et vins de Bourgogne (Beaune). 2. Kirchen-Geschichte Weil Robert v. Molesme (Bild) das Benediktinerleben als zu lasch empfand, begründete er 1098 ein Kloster in Cîteaux – und damit quasi den Zisterzienser-Orden. Der wurde sehr einflussreich, in Cîteaux wird bei Führungen von Mönchen (auch Bild) alles erklärt und Choral vorgesungen. 3. Kulissen-Stadt Dijon war immer das Zentrum des Burgunds und das sieht man: schöne alte Gassen und Plätze; sehr gute, teils alte Lokale (Tipp: Maison Millière, 15. Jh.); alte Geschichte von Turm Philippe le Bon (unbedingt raufgehen, 316 flache Stufen!) bis Musée des Beaux-Arts. Und natürlich alter Senf, siehe Nr. 4! 4. Nahrungs-Spitze Keiner inszeniert und thematisiert Essen so niveauvoll wie Franzosen. Im Burgund sollte man daher bei Produzenten verkosten: Moutarde (Senfmanufaktur Fal-lot), Cassis (Bio-Bauer Ferme Fruirouge), Pain d’ épices (Lebkuchenbrot bei Mulot et Petitjean), und dann wäre da noch Käse ... Tolle Ausstellung zum Kulturgut Essen: Cité de la Gastronomie in Dijon. 5. Nächstenliebe-Kultur Neben Dijon braucht man vor allem in Beaune eher viel Zeit. Highlight des bedeutsamen Ortes ist das Hôtel-Dieu/Hospices de Beaune: In der Armut von 1443 gründeten der burgundische Kanzler Nicolas Rolin und seine Frau Guigone de Salins ein Armen-Spital. Es war bis 1971 in Betrieb und ist ein Fundus an Geschichte (Flügelaltar „Das Jüngste Gericht“) und Geschichten (Reiche vererben bis heute teuerste Weinberge, das Hospices ist daher eine der Top-Weinmarken). Axel Halbhuber und Lea Moser aus dem KURIER-Reise-Team sprechen im Reisepodcast Stadt.Land.Meer. über Reise- und Urlaubsziele - im Fokus steht immer ein Land, eine Region oder eine Stadt.
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