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Psychologin zum Wal-Hype: „Ein Glück, dass wir Timmy nicht essen wollen“ | Collector
Psychologin zum Wal-Hype: „Ein Glück, dass wir Timmy nicht essen wollen“
der Freitag

Psychologin zum Wal-Hype: „Ein Glück, dass wir Timmy nicht essen wollen“

Wäre der Wal ein Schwein, fiele die Identifikation mit dem leidenden Tier schwerer. Moralische Bedeutung wird selektiv dort zugelassen, wo sie den eigenen Lebensstil nicht herausfordert, sagt die Sozialpsychologin Eva Walther im Interview der Freitag: Der gestrandete Buckelwal hat in den letzten Wochen heftige Reaktionen ausgelöst – emotional, aber auch politisch. Wie erklären Sie sich diese Vehemenz? Eva Walther : Der Wal berührt die Gemüter, weil er ein seltenes moralisches Gemeinschaftsgut in einer sich zunehmend entsolidarisierenden Gesellschaft darstellt. Wir streiten uns bei vielen Themen: Klima, Migration, Wehrdienst, Krieg. Beim Wal aber kann man sich einig sein. Der Wal bietet Anknüpfungspunkte über ideologische Grenzen hinweg. Er stiftet Konsens dort, wo er sonst nicht mehr herstellbar ist – und genau das macht ihn emotional so aufgeladen: Es gibt ein gemeinsames Wir, und das ist der Wal. Man kann sich leicht darauf einigen, dass der Wal in einer misslichen Situation ist und Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag .

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