Collector
Augenärztin rät: So schützen Eltern Kinderaugen vor UV-Licht | Collector
Augenärztin rät: So schützen Eltern Kinderaugen vor UV-Licht
KURIER

Augenärztin rät: So schützen Eltern Kinderaugen vor UV-Licht

" Kinderaugen sind wie ein offenes Fenster", sagt die Augenärztin Sarah Moussa : „Sie sind völlig klar und lassen einen deutlich größeren Anteil der UV-Strahlung in die inneren Augenstrukturen gelangen.“ Je jünger die Kinder sind, umso durchlässiger sind die Augen. Bis zur Pubertät ist der natürliche UV-Filter noch nicht vollständig entwickelt.“ Die niedergelassene Augenärztin in Altmünster (OÖ) und Pressesprecherin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG; Ophthalmologie = Augenheilkunde) warnt davor, die UV-Belastung zu unterschätzen. „Erst rund um das 20. Lebensjahr ist der natürliche UV-Schutz vollständig ausgebildet. Auch dann kommt UV-Licht durch und ist ein Sonnenschutz notwendig, aber die Durchlässigkeit ist deutlich geringer als in der Kindheit und der Pubertät.“ Sind die Augen häufig UV-Strahlung ausgesetzt, kann das mehrere negative Folgen haben. UV-Licht: Schäden an der Netzhaut „UV-Licht lässt die Augen rascher altern . Netzhautzellen können absterben, der zentrale Bereich der Netzhaut, die Makula – sie ist für das scharfe Sehen verantwortlich – wird geschädigt. Das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration steigt.“ Diese ist die häufigste Erblindungsursache in Industrieländern. „Und sie kann unter anderem auch langfristig die Entstehung einer Linsentrübung , eines Grauen Stars, begünstigen.“ Die Schäden häufen sich schrittweise an, kumulieren über die Jahre. Neben einer Beeinträchtigung des Sehvermögens kann die UV-Strahlung langfristig auch zu gut- und bösartigen Tumoren an den Augenlidern und der Bindehaut führen, betont Moussa: „Das kann ein Prozess von 40 Jahren sein. “ Generell werde die Intensität der UV-Strahlung unterschätzt : „Deshalb sollte man sich beim Aufenthalt im Freien am tagesaktuellen UV-Index orientieren.“ Dieser wird u. a. auf der Internet-Seite uv-index.at sowie auf vielen Wetter-Internetseiten und Wetter-Apps angegeben. Auch eine Google-Suche nach „UV-Index“ und „Standort“ führt oft zu aktuellen Werten. Auf den UV-Index achten Der UV-Index ist eine international einheitliche Skala. Sie gibt die Stärke der UV-Strahlung der Sonne an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit an. Die Skala reicht von 1 (geringe Belastung) bis 11+ (extreme Belastung). „Bereits ab einem UV-Index von 3 sollte man eine Sonnenbrille sowie eine Kopfbedeckung mit einer Krempe tragen, und auch ein Sonnenschutzmittel verwenden“, betont Moussa. „Im Sommer erreicht der UV-Index oft Werte von 7 bis 9, in Gebirgsregionen können die Spitzenwerte noch höher sein. Pralle Sonne in der Mittagszeit sollte man generell meiden – auch wegen der Belastung der Augen.“ Tipps für den Brillenkauf Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte man auf das CE-Zeichen und auf die Kennzeichnung „UV 400 Schutz“ achten. Diese Sonnenbrillen filtern die gesamte UV-Strahlung bis 400 Nanometer (nm) ausreichend aus. „Sonnenbrillen ohne geprüften UV-Schutz können mehr schaden als nützen, da die Pupille sich durch die dunkle Tönung weitet und so mehr schädliches UV-Licht ins Auge dringt“, sagt Augenärztin Moussa. Generell rät sie zu regelmäßigen, am besten jährlichen Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. „Neben den Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen (10.–14. sowie 22.–26. Lebensmonat) ist eine Untersuchung vor Schuleintritt besonders wichtig.“

Go to News Site