Collector
Motivationstrainer Biyon Kattilathu: Wie man Unglücklichsein verlernt | Collector
Motivationstrainer Biyon Kattilathu: Wie man Unglücklichsein verlernt
KURIER

Motivationstrainer Biyon Kattilathu: Wie man Unglücklichsein verlernt

Mittlerweile ist Biyon Kattilathu (42) erfolgreicher Motivationstrainer, Buchautor und Podcaster, doch der Weg dahin war nicht von Anfang an klar – oder gar leicht. Als Sohn indischer Einwanderer ist er im Ruhrgebiet groß geworden. Schon früh hat er sich die Frage gestellt: Wo gehöre ich eigentlich hin? „In Deutschland bin ich der Inder, in Indien bin ich der Deutsche. Wer bin ich jetzt eigentlich? Ich habe auch ein paar Erfahrungen gemacht, die unschön waren, nämlich rassistischer Art. Und habe mir immer gewünscht, jemanden zu haben, der ich jetzt im Prinzip bin, jemanden, der mir irgendwie hilft und einen kleinen Impuls gibt“, erzählt er in der KURIER-TV–Sendung „Herrlich ehrlich - Menschen hautnah“. Spaß an der Motivation Studiert hat er Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften, auch auf Wunsch seines Vaters, aber er hatte immer schon gespürt, dass er Spaß daran hat, andere zu motivieren. Sein Studium hat er bis zum Doktortitel durchgezogen, „aber irgendwann habe ich gemerkt, es macht keinen Spaß, es erfüllt mich nicht.“ Seine Eltern stehen heute hinter seiner Berufswahl, auch wenn sie es noch immer nicht ganz verstehen. „Ich glaube, alle Eltern haben ja diesen Wunsch, dass die Kinder strahlen. Und das sehen sie bei mir: Ich schlafe gut, ich stehe gerne auf und das ist das Schönste, was man als Eltern so mitkriegen kann.“ Kattilathu, der 2024 auch bei der RTL-Show „Let’s Dance“ mitgemacht hat, steht als Motivationstrainer auch live auf der Bühne. Sein aktuelles Programm heißt „Eine Reise zum Glück“. „Glück ist ein Thema, das die ganze Welt interessiert. Und wenn im Außen so viel passiert, wie eben auch jetzt gerade, dann sehnen sich noch mehr Menschen danach, dieses innere Glück zu finden“, ist sich Kattilathu sicher. Man könne Glücklichsein lernen, „beziehungsweise Unglücklichsein verlernen“. Die meisten Menschen würden sich nach einem Zustand, den sie aus der Kindheit kennen, geprägt von Freiheit, Leichtigkeit und Neugier, der eigentlich noch immer in ihnen vorhanden ist, sehnen. Im Laufe des Lebens würde dieser Kern jedoch von Ängsten und negativen Glaubenssätzen, die man Schritt für Schritt abbauen kann, überlagert werden. Dadurch würden sich Unglücklichsein verlernen und positive Denkweisen sowie Akzeptanz gezielt trainieren lassen. „Deswegen macht es auch immer wieder Sinn, sich guten Gedanken zu widmen.“ Stolz sein ist wichtig Es sei auch wichtig, dass man stolz auf sich ist und nicht zu hart mit sich selbst spricht. „Stolz zu sein heißt ja auch, seine Stärken zu erkennen. Deswegen ist es auch ganz wichtig, auf die Komplimente anderer Menschen zu hören und sich dessen bewusst zu werden. Selbstbewusstsein heißt ja, sich seiner selbst bewusst zu sein.“ Glück entsteht eher durch Hoffnung als durch Erwartungen, da zu hohe Erwartungen oft zu Enttäuschung führen, während langfristiges Wohlbefinden laut einer Harvard–Studie vor allem von guten zwischenmenschlichen Beziehungen abhängt, so Kattilathu. Entscheidend sei, sich bewusst mit den Menschen zu umgeben, mit denen ein ausgeglichenes gegenseitiges Geben und Nehmen von Liebe, Respekt, Zeit und Aufmerksamkeit möglich ist. Der Motivationstrainer ist sich auch sicher, dass geliebt zu werden und der Selbstwert ein Geburtsrecht sind. Als Baby wüsste man instinktiv, dass man geliebt wird. „Wir haben angefangen, Liebe gegen Leistung wahrzunehmen. Und wir haben total vergessen, dass wir liebenswerte Wesen sind, weil wir Wunder sind. Wir suchen die Wunder im Außen, die es ja auch gibt, überall, an jeder Ecke. Aber wir haben vergessen, was wir für Wunder sind. Und das dürfen wir wieder ein bisschen mehr begreifen und verinnerlichen.“ Vor allem viele Frauen hätten das Gefühl, nicht gut genug zu sein, das wird auch immer wieder in Kattilathus Liveshows thematisiert. „Viele Frauen haben dieses Gefühl, funktionieren zu müssen. Die Aufgaben werden mehr, aber die Zeit und die Energie bleiben gleich. Plötzlich hat man ein Kind, den Haushalt, einen Beruf, den Druck von außen, Social Media, der Vergleich. Es ist so viel geworden. Und Frauen stehen zu ihren Gefühlen, was auch gut ist“, so der Motivationscoach. „Ich würde mir viel mehr Männer wünschen, die sich quasi offenbaren und sagen: ,Mir ist es gerade ein bisschen zu viel, ich brauche ein bisschen Pause.’ Männer haben oft das Gefühl, stark sein zu müssen. Frauen sind da total offen. Und dieses, nicht gut genug zu sein, ist auch ein typischer Fall von ,ich muss irgendwas leisten, um mich genug zu fühlen’.“ Man müsse erkennen, sich um die wichtigen Dinge zu kümmern, auch Grenzen zu setzen und auch mal Pausen zu machen. „Wichtig ist einfach Selbstliebe, Zeit für sich, für einen Spaziergang. Das ist wichtig und das darf man wieder mal für sich durchziehen.“ Noch viel mehr – auch praktische Tipps von Biyon Kattilathu und warum das Leben für und nicht gegen uns ist, sehen Sie im Video oben.

Go to News Site