KURIER
Diesen Freitag wird die Räumungsklage der Lugner-Stiftung gegen Lugners letzte Frau Simone fortgesetzt. Die P rivatstiftung Lugner und Söhne ist der Meinung, dass Simone Lugner die vertraglichen Verpflichtungen nicht eingehalten habe, um das Erbe Lugners nach dessen Tod antreten zu können. Der Prozess erregt immer wieder großes Aufsehen. Auch an Karin Bladsky ist er nicht spurlos vorüber gegangen. Die 54-jährige Rechtspflegerin könnte jetzt an Simone Lugners Stelle sein. Also nicht als Beklagte der Stiftung, sondern als Witwe des Baumeisters der Nation. Von "Zebra" eingefangen In Richard Lugners „Tierwelt“ ging sie als „Zebra“ ein. Der Baumeister hat aber ursprünglich nicht sie eingefangen, sondern sie ihn. „Ich habe ihn einfach angeschrieben und er hat zurückgerufen“, erinnert sich Bladsky an das Jahr 2019 zurück. Das erste Treffen? Im Plachutta in Döbling. Und es hat gleich gut gepasst. „Es war eine Ausgehfreundschaft“, wischt sie aber sofort alle Spekulationen rund um eine sexuelle Komponente vom Tisch: „Wir haben uns super verstanden, viel gelacht, Richard war sehr unterhaltsam. Aber er war 91.“ „Richtig toller Mensch“ Zwischen ihnen habe die Chemie einfach gepasst, schwärmt sie immer noch von Lugner, der ein „richtig toller Mensch“ gewesen sei. „Und er war wie ein Pop-Star“, erinnert sich Bladsky zurück. Als sie einmal mit ihm in Velden war, hätten die Leute auf der Straße „Richie, Mörtel“ gerufen, schmunzelt sie: „Ich dachte, ich bin mit Robbie Williams unterwegs.“ Aber, und dann wird Lugners Ex ernst: „Wenn das Scheinwerferlicht ausgeht, ist alles anders.“ Denn dann sei er alleine. Und einsam. Sehr einsam: „Wirkliche Freunde hatte Richard keine.“ Das hat er sie auch in einer Nachricht wissen lassen. Lugner wollte "Zebra" heiraten Und das sei auch der Grund gewesen, dass Richard Lugner auch im hohen Alter nochmals heiraten wollte. Und da ist auch Bladsky wieder aufs Spielfeld gekommen, obwohl sie sich bereits zurückgezogen hatte. „Ich hatte meinen Job, meine Freunde, mir war das viele Ausgehen dann zu viel“, erinnert sie sich. Ganz sei der Kontakt aber nicht abgerissen. Und dann kam 2024 diese Nachricht: „Wenn du willst ich bin für ein COME back offen, weil ich demnächst irgendwo vor Anker gehen will.“ Und Lugner lässt in den Nachrichten auch durchklingen, dass er damit auch ihre Zukunft absichern würde: Anstellung in der Lugner City, höheres Gehalt als jetzt, „Benutzung des Hauses und die 30 Prozent Beteiligung nach mir sind in der Stiftung fix verankert“, lässt er sein „Zebra“ wissen. Sterne standen laut Gerda Rogers gut Sie ist beeindruckt, lässt ihn aber wissen: „Mir geht es vordergründig nicht um Materielles, sondern, dass wir es immer lustig haben.“ Und auch die Sterne stehen gut, erinnert sich Bladsky, dass Lugner ihre Beziehung von Starastrologin Gerda Rogers abklären hat lassen, wie er sie wissen lässt: „Laut Rogers gibt es keine Probleme mit dir.“ „Keine 24-Stunden-Pflegerin“ Probleme gibt es aber für Bladsky, denn sie hat ihr Leben nicht so gesehen: „Ich will keine 24-Stunden-Pflegerin werden. Er wollte jemanden, der sich um ihn kümmert, jemand, der seine ganze Zeit mit ihm verbringt. Mir war das zu viel.“ Um die große Liebe sei es Lugner nicht mehr gegangen, ist sie überzeugt. Wobei sie schon betont, dass sie auch die Nächte im gemeinsamen Zimmer nebeneinander verbracht hätte. „Er war der angenehmste Schlafpartner, den man sich wünschen konnte“, versteht sie gegenteilige Aussagen aus dem Prozess überhaupt nicht. "Ich will, dass alle die Wahrheit über Lugner erfahren" Weil es so viele ihren Wahrnehmungen entgegenstehende Aussagen gibt, würde sie „natürlich auch vor Gericht“ aussagen, wenn sie als Zeugin geladen wird. „Ich will, dass die Menschen die Wahrheit über Richard Lugner erfahren.“ Denn sie habe den Menschen Richard Lugner gemocht, nicht seinen Ruhm.“ Und war der Richard Lugner nicht sexistisch? „Das war Teil der Show“, hat Bladsky eine Erklärung, „er hat die Frauen verehrt und war der ärgste Gentleman. Er war ein ganz lieber Mensch.“ Und dass er den Frauen um sich Tiernamen gegeben hat? „Klar kommt das auch sexistisch rüber. Aber ich habe mir auch die Zebras, mit denen er seine Geburtstagstorte verziert hat, mitgenommen und daheim aufgehoben. Ich brauche auch kein Binnen-I, um zu wissen, dass ich eine Frau bin.“ Aber zurück zum Prozess, bei dem sie Richard Lugner gerne ins rechte Licht rücken würde. „Ich finde es pietätlos, dass Simone im Elternhaus von Jacqueline wohnen bleiben will.“ Dieser Zivilprozess geht am Freitag weiter. Die Stiftung hat eine Räumungsklage gegen Simone Lugner eingebracht, damit sie die Villa in Döbling räumt. Zwei Gutachten Zwei Rechtsgutachten bilden Grundlage für die Klage, weil Simone nach Ansicht der Stiftung grundlegende Vereinbarungen nach dem Ehepakt, die das Wohnrecht begründen würden, nicht erfüllt hat. Anwalt Markus Tschank: "Sie hat ihn weder selbst gepflegt noch die Pflege organisiert." Und eine eheliche Lebensgemeinschaft sei auch nicht vorgelegen. Vorwürfe, die Simone Lugner und ihr Anwalt entschieden in Abrede stellen. Zwar hat es immer wieder schon Vergleichsangebote, gegeben, allerdings sind diese nicht zu einem Abschluss gekommen. Zu weit sind offenbar die Vorstellungen von Simone Lugner von jenen der Stiftung entfernt. "Mausi" Lugner als Zeugin Und da geht es nicht nur um das Wohnrecht im Haus in Döbling, sondern auch um einen Teil des Erbes, um das Simone Lugner kämpft. Um welche Summen es geht, will niemand konkret beziffern, es dürfte sich allerdings um mehrere Millionen Euro handeln. Am kommenden Freitag wird übrigens wieder eine prominente Zeugin erwartet, die den verstorbenen Richard Lugner gut kennt: Seine vierte Ehefrau, Christina „Mausi“ Lugner, die Mutter der gemeinsamen Tochter Jacqueline Lugner, die beim letzten Prozesstag als Zeugin befragt wurde.
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