KURIER
Wo ist das sechste vergiftete Hipp-Glas ? Eine Frage, zu der der 39-jährige Tatverdächtige bis Sonntag noch eisern schwieg. Die Ermittler sind sich sicher, dass sie nach tagelanger Observation am Samstag in Salzburg den richtigen Mann festgenommen haben. Datenforensiker konnten aus der anonymen Erpresser-E-Mail, die an den Babynahrungshersteller in Bayern gegangen war, eine Spur zu dem nicht gebürtigen Österreicher in Salzburg herstellen. Das Landeskriminalamt Burgenland führt zusammen mit dem Bundeskriminalamt unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt seit Mitte April Ermittlungen im Zusammenhang mit sechs vergifteten Gläsern Babynahrung. Warum das Burgenland? Der Fall ist deshalb im Burgenland angesiedelt, weil zwei der sechs mit Rattengift versetzten Gemüsegläschen „ Karotte mit Kartoffeln “ in einer Spar-Filiale in Eisenstadt platziert und verkauft wurden. Während eines davon kurz darauf in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) auftauchte und der Polizei gemeldet wurde, ist das zweite Glas unauffindbar. Vier weitere vergiftete Gläser wurden in Tschechien und der Slowakei entdeckt. Tödliche Dosis? Für die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ist nun die zentrale Frage, ob es sich in dem Fall um Erpressung, vorsätzliche Gemeingefährdung und versuchte absichtliche schwere Körperverletzung handelt, oder ob das Verfahren gegen den 39-Jährigen in Richtung versuchten Mordes ausgeweitet wird. Das ist dann der Fall, wenn die enthaltene Menge Rattengift in dem Babybrei letale Wirkung bei Kleinkindern hätte. Das sichergestellte Glas aus Eisenstadt beinhaltete laut toxikologischem Gutachten 15 Mikrogramm Rattengift – bei einer Glasgröße bzw. Inhalt von 190 Gramm. Ein Sachverständiger wurde nun in einem Ergänzungsgutachten damit beauftragt, festzustellen, welche Folgen der Verzehr für ein Baby bzw. Kleinkind gehabt hätte. Bei Hipp ist man „erleichtert“ Am Wochenende hat auch der Babykost-Hersteller Hipp auf die positive Nachricht der Kripo reagiert: „Die Ermittlungsbehörden haben uns mitgeteilt, dass ein tatverdächtiger Mann festgenommen wurde. Wir sind sehr erleichtert über diesen Entwicklungsschritt und danken den Behörden für ihre engagierte Arbeit. Sobald gesicherte neue Informationen vorliegen, werden wir wieder darüber informieren“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Der Täter hatte versucht, von der Firma zwei Millionen Euro in Kryptowährung zu erpressen. Allerdings wurde seine E-Mail in einem allgemeinen Postfach der Firma erst verspätet entdeckt. Da waren die Gift-Gläser bereits im Umlauf. Polizei gibt sich zugeknöpft Was die Hintergründe und Informationen zum Tatverdächtigen anbelangt, gibt sich die Landespolizeidirektion Burgenland bewusst zugeknöpft. „Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Inhalte der Befragung können derzeit keinesfalls öffentlich gemacht werden“, so die Polizei. Informationen, wonach es eine frühere Verbindung zwischen dem 39-jährigen Tatverdächtigen und dem Babykost-Hersteller in Bayern gibt, wollte man nicht kommentieren. Am Sonntag wurde der Mann in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft stellte einen Antrag auf Untersuchungshaft.
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