KURIER
Das Welser Pharmaunternehmen Richter Pharma AG expandiert mit einer elektronischen Gesundheitsakte für Haustiere. Die App namens „Eltiga“ (Elektronische Tiergesundheitsakte) bietet für Besitzer von Hund, Katz & Co Funktionen wie Impferinnerungen, Behandlungs-Chats, Ausstellung eines elektronischen Impfpasses und auch einen angehängten Futter-Shop. Sie hat in Österreich bereits 600.000 registrierte Haustiere und soll künftig auch in Deutschland und der Schweiz angeboten werden. Start-up Sie gehe weit über vergleichbare Tracking-Apps für die Vierbeiner hinaus, weil „diese vor allem die Bewegung messen, während unsere App die Gesundheit des Tieres im Fokus hat“, sagt Roland Huemer, Vorstandsvorsitzender des Welser Traditionsunternehmens. Die Entwicklung der App erfolgte durch ein Grazer Start-up, das dabei auch Künstliche Intelligenz (KI) einsetzte. Mittlerweile hält Richter Pharma mit 75 Prozent die Mehrheit an dem Start-up. Starkes Wachstum Damit die App richtig angewendet werden kann, wurde auch für die Tierärzte eine eigene Software entwickelt, die unter dem Namen „Elovet“ verkauft wird. Huemer: „Der Tierarzt ist nach wie vor unser wichtigster Partner.“ Mit der Sparte „Tiermedizin“ wachsen die Welser derzeit zweistellig, wobei sich der Schwerpunkt zunehmend von Nutz- auf Haustiere verlagert – das sei am gesamten Markt so“, so der Pharma-Chef. Huemer: „Früher war das Verhältnis 60 zu 40 für Nutztiere, jetzt ist es umgekehrt.“ Die Liebe zum Haustier manifestiere sich auch daran, dass dieses „immer mehr als Familienmitglied gesehen wird, für dessen Gesundheit man auch Geld ausgibt.“ Was Richter Pharma auch zahlenmäßig spürt: Der Umsatz mit der Sparte Tierarzneimittel wächst seit einigen Jahren zweistellig und erreichte zuletzt 150 Millionen Euro. In Wels wurde erst im Herbst 2025 eine neue, 35 Millionen Euro teure, Produktionsanlage für Veterinärprodukte eröffnet. Die Zahl der dort hergestellten veterinärmedizinischen Arzneimittel soll bis 2030 auf 1.500 Produkte fast verdoppelt werden, wobei laut Huemer noch in diesem Herbst ein innovatives Produkt, das auf Stammzellen beruht, auf den Markt gebracht werden soll. Insgesamt liefert Richter seine Tierarzneiprodukte in 40 Länder, darunter auch in den Nahen Osten und nach Südamerika (Brasilien, Chile). Hauptmarkt ist Österreich, wo das Pharmaunternehmen 1.700 Tierärzte beliefert. Arzneimittel Neben der Tiermedizin ist das Familienunternehmen auch im Bereich Großhandel und Logistik für humanmedizinische Arzneimittel tätig. Als Großhändler beliefert Richter Apotheken und Hausapotheken. Mit der Pharmalogistik Austria übernehmen die Welser die Logistik für in- und ausländische Pharmahersteller. Auch die 450 Jahre alte Adler-Apotheke in Wels gehört zum Richter-Reich – sie wird vom Sohn des Firmeneigentümers Florian Fritsch geführt. 942 Millionen Euro Umsatz Insgesamt hat die Richter Pharma AG 2025 einen Umsatz von 941 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern (EBT) lag bei 12,5 Millionen Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei 18,2 Millionen Euro. Die Richter Pharma AG beschäftigt 491 Mitarbeiter.
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