Collector
Ein Pfand der Liebe | Collector
Ein Pfand der Liebe
KURIER

Ein Pfand der Liebe

Der Mai ist angebrochen… und damit auch der beliebteste Monat, um JA zu sagen. Eine ganz besondere Liebesbekundung aus vergangenen Tagen ist die Augenminiatur. Der Prince of Wales (der spätere George IV.) hatte das emotionale Bedürfnis, seiner Liebe, die vom Hof missbilligt wurde, ein "Lovers eye" zukommen zu lassen. Zunächst waren seine Bemühungen, die Zuneigung der verwitweten irischen Katholikin Maria Fitzherbert zu gewinnen, erfolglos. Sie lehnte den Heiratsantrag ab. Doch George machte ihr einen zweiten Antrag und schickte ihr in einem Medaillon ein Bild seines eigenen Auges. Nicht überliefert ist, warum sich die Gefühle von Mrs. Fitzherbert veränderten und sie schließlich am 15. Dezember 1785 in einer geheimen Trauungszeremonie den Prinzen ehelichte. Die Ungültigkeit der Ehe war bekannt, weil ein Mitglied der Königsfamilie nur mit Zustimmung des Königs heiraten konnte. Und König George III. verweigerte die Zustimmung. Ende des 18. Jahrhunderts lösten die "Lovers eyes" eine Mode an den Höfen aus. Die geliebten Augen zierten Broschen, Anhänger, Ringe und auch Armbänder. Sie erfüllten den gleichen emotionalen Zweck wie Medaillons, die Mini-Porträts oder Haarlocken in ihrem Innern verbergen. Eine dynastische Ehe, die auf Staatsräson basierte Kein Hehl aus seiner Liebe machte Kronprinz Rudolf. Auf der Fahrt nach Brüssel, wo er seine Braut Stephanie kennenlernen sollte, nahm er seine damals gerade aktuelle Geliebte mit. Als die künftige Schwiegermutter Marie Henriette von Österreich, Ehefrau von König Leopold II. von Belgien, dahinterkam, wollte sie die Verlobung bzw. Heirat verhindern. Ein Sieg der Politik über die Liebe: Stephanie musste Rudolf heiraten.

Go to News Site