KURIER
Ein mutmaßlicher Fall von Verstößen gegen das Naturschutz- und Jagdgesetz sowie Tierquälerei rund um den Zicksee sorgt für Aufregung. Eine Frau berichtet, sie habe am Mittwoch vergangener Woche gegen 17 Uhr gemeinsam mit einer Freundin beobachtet, wie ein Mann mit einem schwarzen Pick-up eine Gänsefamilie auseinandergetrieben und Jungtiere mitgenommen haben soll. „Wir waren am Zicksee fotografieren, eine Freundin und ich, beide mit Teleobjektiven“, schildert die Frau im Interview . Dabei hätten sie den Mann beobachtet. „Er hat die Tiere auseinander getrieben und die Küken eingepackt.“ Als der Mann die beiden Frauen mit ihren Kameras bemerkt habe, sei er rasch davongefahren. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei und übergab auch ein Foto. "Das bricht mir das Herz" In einem Facebook-Beitrag schilderte sie den Vorfall öffentlich. Unter dem Beitrag kommentierten User, dass dies womöglich nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen sei. Auch sei der Mann in der Gegend "bekannt". Später hätten sie weitere Hinweise erreicht. „Dann habe ich Informationen bekommen, dass er so etwas schon einmal gemacht hat“, sagt sie. Persönliche Nachrichten, Fotos sowie ein Video seien inzwischen an die Polizei und zuständige Organisationen weitergeleitet worden. Die Frau appelliert an mögliche weitere Zeugen, Beobachtungen ebenfalls bei der Polizei zu melden. Es sei ihr wichtig, den Vorfall öffentlich zu machen: „Das kann nicht sein, das bricht mir das Herz.“ Auch der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel wurde vom Vorfall in Kenntnis gesetzt. Birdlife sieht mehrere Verstöße Laut Einschätzung der Vogelschutzorganisation Birdlife ist der Fall ein Verstoß gegen das burgenländische Naturschutzgesetz sowie gegen das Jagdgesetz , da derzeit Schonzeit ist. Womöglich könnte auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegen. Empfohlen wird, Anzeige zu erstatten beziehungsweise die Jagdaufsicht zu kontaktieren. Verdachtsfälle von Wildtierkriminalität können laut BirdLife Österreich über die BirdCrime Hotline (+43 660 869 2327), per E-Mail an meldung@wildlifecrime.at oder über eine anonyme Meldeplattform gemeldet werden. Ob schlussendlich ein strafrechtlich relevanter Fall von Tierquälerei oder ein Verstoß gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen vorliegt, müssen nun die zuständigen Behörden klären. Klar ist: Wildtiere dürfen nicht eigenmächtig eingefangen oder entfernt werden. Wie Behörden gegen Wildtierkriminalität vorgehen Die Bekämpfung von Wildtierkriminalität zählt zu den zentralen Herausforderungen im Bereich des Natur- und Artenschutzes. Behörden arbeiten dabei eng mit Naturschutzorganisationen zusammen, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und strafbare Handlungen aufzudecken. Im Fokus stehen präventive Maßnahmen, die sowohl der Aufklärung als auch der Abschreckung dienen. Eine wichtige Rolle spielen dabei speziell ausgebildete Kadaverspürhunde , die selbst kleinste Spuren wie Köder oder Tierkadaver aufspüren können. Ergänzend dazu kommen Drohnen zum Einsatz, mit denen große Flächen effizient aus der Luft kontrolliert werden können. Diese Kombination ermöglicht es, potenzielle Gefahrenquellen rasch zu identifizieren. Ermittlungen in diesem Bereich erfordern ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und beteiligten Organisationen. Ziel ist es, Hinweise auf illegale Aktivitäten zu sichern und entsprechende Beweise für strafrechtliche Verfahren zu sammeln. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schutz gefährdeter Tierarten wie Kaiseradler , Seeadler und Luchs . Ihr Erhalt ist wesentlich für das ökologische Gleichgewicht. Die Bekämpfung von Wildtierkriminalität hat daher auch auf europäischer Ebene hohe Priorität und wird durch entsprechende Programme unterstützt. Bevölkerung kann mithelfen Vertreter der beteiligten Organisationen betonen die Bedeutung konsequenter Strafverfolgung . Illegale Handlungen wie das Vergiften oder Töten von Wildtieren stellen Straftaten dar, die umfassend aufgeklärt werden müssen. Auch die Bevölkerung ist gefordert: Hinweise auf verdächtige Aktivitäten können entscheidend dazu beitragen, Umweltverbrechen aufzudecken und Täter zur Verantwortung zu ziehen.
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