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Rothneusiedl: Pläne für neuen Wiener Stadtteil präsentiert
KURIER

Rothneusiedl: Pläne für neuen Wiener Stadtteil präsentiert

Rund 223.000 Einwohner zählte Favoriten im Jänner 2025. Ab Mitte der 2030er-Jahre wird diese Zahl sprunghaft ansteigen. Konkret im bisher eher beschaulichen Favoritner Stadtteil Rothneusiedl südlich des Laaer Berges. Noch deutet hier wenig darauf hin, dass hier ab 2030 auf 124 Hektar eines der größten neuen Stadtentwicklungsgebiete Wiens gebaut wird. Dabei war die Be- und Verbauung des Areals in der Vergangenheit immer wieder Thema. So plante Frank Stronach einst die Errichtung eines Austria-Stadions, auch ein großes Shopping-Center war im Gespräch. Dass hier nun tatsächlich ein neuer Stadtteil entstehen soll, steht seit mehreren Jahren fest. Grüner Ring 9.000 Wohnungen für 21.000 Menschen, davon zwei Drittel geförderter Wohnraum , sollen hier einmal bereitstehen. Am Montag wurden bei einer Präsentation Pläne und Leitbild für den neuen Stadtteil vorgestellt. „Wir wollen nicht, dass hier eine reine Schlafstadt entsteht“, betont Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ), „die Menschen sollen hier wohnen und arbeiten können.“ Rund 8.000 Arbeitsplätze sollen daher im Gebiet entstehen. Zudem soll der Grünraum im sogenannten Klimapionier-Stadtteil besonders hoch sein: Insgesamt über 40 Hektar Grün- und Erholungsfläche sind jetzt schon eingeplant. Besonderes Merkmal dabei ist der sogenannte „Grüne Ring“ , ein Park, der mit drei Kilometer Umfang den gesamten Stadtteil umschließt und alle Grünflächen miteinander verbindet. Alleine auf ihn entfallen 25 Hektar Grünraum. Schon im Mai 2025 wurden hier die ersten 111 Obstbäume gepflanzt. Anbindung „Rothneusiedl für kurze Wege und eine starke Öffi-Anbindung“, sagt Planungsdirektor Thomas Mardreiter am Montag. Schließlich wird das neue Gebiet weitgehend autofrei geplant, Autos werden in Hochgaragen am Rand des Grätzels geparkt. Statt Straßen sind im Innenbereich der Anlage begrünte Gartenwege vorgesehen. Dennoch ist Rothneusiedl über die S1 an das Straßennetz in Wien und NÖ angebunden. „Das ist der große Vorteil, die Straße ist schon da“, sagt Sima mit Blick auf die Seestadt Aspern, die von der S1 noch nicht erschlossen ist. Was derzeit noch fehlt, ist die U-Bahn . Aber auch die U1 wird Ende der 2030er-Jahre, wie es bei der Präsentation heißt, bis Rothneusiedl verlängert sein. Jede zweite U1-Garnitur wird dann bei der Station Alaudagasse in Richtung des neuen Stadtteils abzweigen. Bis es soweit ist, soll eine schnelle Buslinie, der Rothneusiedl-Express , die Bewohner an die U1-Station anbinden. Erste Besiedelung Das Leitbild, das genau festlegt, wo und wie die Gebäude, Straßen, Grünflächen, Schulen und Sportanlagen angeordnet sein sollen, wurde mit Bürgerbeteiligung erarbeitet. „Zudem entstehen im ersten Teilabschnitt wichtige Infrastrukturvorhaben, die auch für die umliegende Bevölkerung wichtig sind, wie etwa die Unterführung der Bahnlände auf der Himberger Straße, der Bildungscampus, ein Gymnasium oder auch die Sport- und Funhalle“, sagt der Favoritner Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ). Das erarbeitete Konzept wird am 18. Mai der Wiener Stadtentwicklungskommission zur Beschlussfassung vorgelegt. Ab 2027 starten Flächenwidmungsprozess und Umweltverträglichkeitsprüfung. Ab 2030 ist der Baubeginn der ersten Etappe geplant, Mitte 2030 sollen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner im neuen Stadtgebiet einziehen.

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