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Keine Schutzzone: Aufregung um historische Pavillons der Klinik Ottakring | Collector
Keine Schutzzone: Aufregung um historische Pavillons der Klinik Ottakring
KURIER

Keine Schutzzone: Aufregung um historische Pavillons der Klinik Ottakring

Die Klinik Ottakring – das ehemalige Wilhelminenspital – ist schon seit Jahren eine Großbaustelle. Und wird das im kommenden Jahrzehnt auch noch so bleiben. Wie berichtet, transformiert der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) das traditionsreiche Pavillonspital in eine moderne Zentralklinik – bis 2040 soll das Millionenprojekt finalisiert sein. Nach einem EU-weiten Wettbewerb wurde ein neuer Flächenwidmungs- und Bebauungsplan erarbeitet, der Basis für die drei großen Klinik-Baukörper ist. Am Dienstag soll nun dieses Plandokument (Nummer 8377) eine wichtige Hürde nehmen: Im Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung wird quasi die Vorarbeit für den späteren, rechtsgültigen Gemeinderatsbeschluss zur Umwidmung geleistet. Gut sichtbare Pavillons Doch am Montag regte sich Kritik von Denkmalschützern an den Umwidmungsplänen, da unter anderem auf zwei schützenswerte Pavillons „vergessen“ worden sei. „Obwohl die beiden Pavillons Nummer 53 und 63 sowohl im städtebaulichen Verfahren als auch im Umweltbericht als erhaltenswert eingestuft wurden, wird auf eine Schutzzonenausweisung verzichtet“, monierte die Initiative Denkmalschutz. Dabei seien beide Objekte vom öffentlichen Raum aus – der Montleartstraße – gut sichtbar; und seit 2018 sei auch eine solche Schutzzonenwidmung von Einzelgebäuden rechtlich möglich. Die gewählte Vorgehensweise sei jedenfalls „ein verheerendes Signal an alle privaten Eigentümer “: „Wie wird Wiens Politik Hauseigentümern in Hinkunft erklären, dass deren Haus als Schutzzone gewidmet wird, wenn die Stadt Wien für sich selbst weniger strenge Maßstäbe setzt und der Wigev seine Erhaltungsabsicht quasi jederzeit widerrufen kann?“, erklären die Denkmalschützer. Zudem sei nicht nachvollziehbar, dass andere historische Bauten auf dem Areal nicht zum kulturellen Erbe zählen und daher den Spitalneubauten zum Opfer fallen sollen – etwa der 1932 errichtete Pavillon 26; auch die Spitalskirche Hl. Kamillus von Lellis sei dem Untergang geweiht und werde abgerissen. Völlig offen sei in diesem Fall, was danach mit zwei bedeutenden Objekten in der Kirche passiert – denn das Wandbild „Christus als Weltenrichter“ und eine Madonnenfigur seien tatsächlich denkmalgeschützt. Replik der Stadt Wien Die zuständige Flächenwidmungsabteilung MA 21A betonte in einer Stellungnahme, dass „alle Aspekte des Stadtbildschutzes und die Erhaltung stadtbildprägender Gebäude inhaltlich geprüft “ worden seien. Fazit: Der Planentwurf widerspreche nicht den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes.

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