KURIER
Museen sind bekanntlich die Heiligtümer der Musen. Jetzt bekommen sie neue Aufgaben: sie sind öffentliche Wohnzimmer für alle, locken mit atemberaubender Architektur sowie neuen Konzepten und sind auch noch instatauglich. Nicht nur Sammlungen stehen im Fokus, sondern auch demokratische Mitbestimmung und der öffentliche Dialog mit Kunst, bei dem Popkultur immer öfter mit immersiven Erlebniswelten verschmilzt. Das zeigt auch das soeben eröffneten V&A East Museum, eine neue Zweigstelle des Victoria & Albert Museum im Queen Elizabeth Olympic Park. Futuristisch und volksnah V&A East Museum O’Donnell + Tuomey ließen sich bei der Fassade von einem Balenciaga-Kleid inspirieren, das sie wie eine Hülle um das Bauwerk legten. Über seine architektonische Präsenz hinaus wurde das Museum als kulturelle Plattform mit und für die lokale Community geplant und soll ein aktiver Teil des städtischen Lebens werden. Die erste Ausstellung „The Music is Black: A British Story“ sowie die Gratis-Dauerausstellung „Why We Make“ zeigen Objekte aus den V&A-Sammlungen aus Kunst, Architektur, Design, Performance und Mode und setzen sich mit der Geschichte und Zukunft Ostlondons auseinander. Dataland, Museum für KI-Kunst Auch Dataland , das weltweit erste Museum für KI-Kunst und digitales Ökosystem, wird in Kürze im The Grand LA, einem Gebäudekomplex von Frank Gehry, eröffnet. Gründer Refik Anadol, selbst bekannter Digital-Art-Star, z.B. auf der Linzer Ars Electronica, will damit eine Synergie zwischen menschlicher Kreativität und künstlicher Intelligenz schaffen. In fünf Galerien werden Datenvisualisierungen und KI-basierte Kunst, begleitet von KI-generierten Düften, gezeigt. Dataland bietet Online- und Lernplattformen an, soll als öffentliches Archiv für natürliche Datensätze dienen und eine KI-generierte Kunstsammlung aufbauen. Museum Muzej Lah Diesen Sommer wird auch das private Muzej Lah für zeitgenössische Kunst, in Bled, Slowenien öffnen. Vor der malerischen Kulisse des Bleder Sees und der mittelalterlichen Burg fungiert der Bau von David Chipperfield Architects, mit Werken slowenischer und internationaler Künstler, als Teil eines Masterplans der Stadtverwaltung, die das kulturelle Leben der Region damit neu beleben will. Das Gebäude wurde mit lokalen Materialien harmonisch in die Landschaft gesetzt, um die Verbindung zu seinem kulturellen und ökologischen Kontext zu zeigen. Lucas Museum of Narrative Art Am 22. September wird auch das futuristische Lucas Museum of Narrative Art , das an ein außerirdisches Raumschiff erinnert, das über dem begrünten Exposition Park zu schweben scheint, in Los Angeles aufsperren. In dem rund 300.000 m² großen „Tempel des Geschichtenerzählens“ von George Lucas wird auch seine spektakuläre Comix-Sammlung die Besucher begeistern. Es gibt zwei Theater, zehn Studios, eine Bibliothek, ein Restaurant, einen Museumsshop und eine öffentliche Dachterrasse. Gebaut von den MAD Architects, kuratiert vom Filmemacher selbst. „Geschichten sind Mythologie, und wenn sie illustriert werden, helfen sie Menschen, die Geheimnisse des Lebens zu verstehen“, so Lucas. Aus einer Sammlung von 40.000 Werken sollen Illustrationen von Norman Rockwell, Werke von Frida Kahlo, Filmmodelle, Requisiten und Konzeptkunst aus dem eigenen Archiv des Star-Wars-Schöpfers zeigen, dass Geschichtenerzählen eine globale kulturelle Kraft ist. Das Museum will „ein Museum der Volkskunst“ sein, sagt MAD-Architekt Ma Yansong zu dem neuen Wahrzeichen aus organisch geformten Polymerplatten, die von Robotern angebracht wurden. Auch in puncto Erdbebensicherheit spielt der Bau alle Stückeln: Damit das Gebäude den tektonischen Gegebenheiten der Region standhält, wurde es auf eine Art Rollschuh gestellt, der die Illusion des Schwebens erzeugt und das Gebäude im Falle eines Bebens bis zu einem Meter mitrutschen lässt. Museum Liaunig Sammlung Trenkwalder Das Museum Liaunig , das schon von außen mit der imposanten Landmark- Architektur der Querkraft-Architekten Aufmerksamkeit erregt, ist ein lebendiger Ort der Begegnung und des kulturellen Dialogs in Südkärnten. Abseits urbaner Zentren gelegen, zieht es vom Frühling bis in den Herbst Besucher aus aller Welt an. Nach der Winterpause hat das Museum Ende April wieder wieder seine Türen geöffnet und startet mit 7 Ausstellungen und einem inhaltlichen Schwerpunkt auf Skulptur, Plastik und Objekt in die neue Saison: Im Zentrum steht die Hauptausstellung „ (K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig “, in der sich Kuratorin Alexandra Schantl mit den Entwicklungen innerhalb der Skulptur seit 1945 auseinandersetzt. Zwei wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Programm: In der ersten stellt das Künstlerpaar Elisabeth Trenkwalder (*1961) und Elmar Trenkwalder (*1959) bis 19. Juli monumentale Keramikskulpturen großformatigen Malereien gegenüber. Die fantastischen über vier Meter hohen Keramikgebilde erinnern an antike Götter und Fabelwesen. In die historische Sammlungspräsentation kehrt die afrikanische Sammlung „ Das Gold der Akan “ zurück nach Neuhaus. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst sind dekorierte Gläser von der Renaissance bis zum Biedermeier und seltene, noch nicht gezeigte Portraitminiaturen zu sehen. Im Skulpturendepot sind bis Ende Oktober Arbeiten von Robert Tauber – "Dem Raum zugeschrieben", zu sehen. Der weitläufige Skulpturenpark , der bei schönem Wetter zum Spaziergang einlädt, wurde um Werke von Tony Cragg (*1949) und Bernhard Luginbühl (1929–2011) erweitert und lädt Besucher in die sommerliche Landschaft mit Blick auf Neuhaus ein. Auch von Wien lohnt sich eine Zugfahrt: in 3,5 Stunden erreicht man bequem St. Paul im Lavanttal, von dort gehts weiter mit dem Bus. Museum Liaunig 26. April bis 31. Oktober 2026 ∙ Mittwoch bis Sonntag ∙ 10 bis 18 Uhr 9155 Neuhaus 41
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