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Disziplinarverfahren gegen umstrittenen Schuldirektor Christian Klar?
KURIER

Disziplinarverfahren gegen umstrittenen Schuldirektor Christian Klar?

Sein Auftritt in einem russischen TV-Sender hat den Floridsdorfer Schuldirektor Christian Klar schon seine Funktionen bei der Bezirks-ÖVP gekostet. Nun wird kolportiert, dass von der Bildungsdirektion ein Disziplinarverfahren gegen den Schuldirektor eingeleitet wird. Klar selbst will darüber gegenüber Medien keine Stellungnahme abgeben: „Ich habe mit der Bildungsdirektion vereinbart, mich bis zur vollständigen Klärung zu dieser Angelegenheit nicht mehr öffentlich zu äußern.“ Wobei er aber einräumt, dass die Aktion mit dem russischen TV-Sender in der Schule ein Fehler war. Nun ist zu klären, ob der Schuldirektor dienstrechtlich belangt wird. "Dienstrechtliche Maßnahmen im Gange" Die Bildungsdirektion Wien hält sich zurück. „Dienstrechtliche Maßnahmen sind im Gange. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keine weiteren Angaben dazu machen können“, sagt eine Sprecherin. Worüber Klar gerne und weiterhin in der Öffentlichkeit redet, ist seine Stellung als Experte in Sachen Bildungspolitik, hauptsächlich mit Bezug auf den politischen Islam in den Klassenzimmern. Als die Sache mit dem russischen Sender aufgekommen ist, hat Klar Auftritte bei Freiheitlichen Veranstaltungen zu diesem Thema abgesagt, „um nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen“, wie er damals sagte. Auftritte in Serie bei FPÖ „Ja, die Wogen sind geglättet“, meint er nun und wird deshalb heute, Dienstag, in Krems (NÖ) bei einer Veranstaltung des Freiheitlichen Bildungsinstituts auftreten. Bei der FPÖ-Veranstaltung „Schule unter Druck, Herausforderungen durch den politischen Islam“ ist er als „ausgewiesener Experte“ geladen. Zuvor war er bei einer Veranstaltung der Wiener FPÖ-Akademie zum Thema „Schulen zwischen Leistungsabfall und Islamisierung“. „Gehe gerne zu allen Parteien“ „Ich gehe gerne auch zu anderen Parteien“, bietet Klar erneut an und bekräftigt, nicht bei der FPÖ andocken zu wollen. Ob sich die ÖVP für ihn in der Thematik interessiert? „Die Floridsdorfer ÖVP nicht“, räumt er augenzwinkernd ein, um gleich zu betonen: „Teile der ÖVP haben großes Interesse, nur nicht unbedingt in Wien.“ Ihm wäre es auch ein Anliegen, wenn sich Neos und die SPÖ für dieses Problem in den Schulen interessieren würde, sagt er, um die FPÖ zu loben: „Was gibt es Besseres, als sich Experten aus anderen Bubbles zu holen?“ "Klare Trennung erforderlich" Zu diesen Auftritten heißt es seitens der Bildungsdirektion, ein Beamter sei „über alle ihn ausschließlich aus seiner amtlichen Tätigkeit bekannt gewordenen Tatsachen, deren Geheimhaltung im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit“ ist, zur Verschwiegenheit verpflichtet: „Grundsätzlich ist eine klare Trennung zwischen der beruflichen Tätigkeit im Schuldienst und allfälligen politischen Funktionen oder Aktivitäten erforderlich. Zusätzlich gilt, dass an entsprechenden Veranstaltungen nicht während der Dienstzeit teilzunehmen ist.“ Einkünfte wären zu melden. Zur Problematik des politischen Islam in den Wiener Schulen sagt die Bildungsdirektion, dass „eher einzelne Rollenbilder, mit denen sich Jugendliche auseinandersetzen, Herausforderungen darstellen“ können. Diese könnten im schulischen Kontext derzeit gut bearbeitet werden. Die Bildungsdirektion setze auf Präventionsarbeit mit Formaten wie „Look@their life“. Ziel sei es, Bewusstsein zu schaffen, den Austausch zwischen beteiligten Institutionen zu stärken sowie praxisnahe Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit risikobehafteten Entwicklungen bei Jugendlichen zu vermitteln.

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