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Heuschnupfen erhöht offenbar Migränerisiko
KURIER

Heuschnupfen erhöht offenbar Migränerisiko

Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung weltweit leiden zeitweise an allergischer Rhinitis , wie der medizinische Fachbegriff für Heuschnupfen lautet. Migräne betrifft rund 15 Prozent der Erwachsenen und zählt zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Einschränkungen im Alltag. Beide Erkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich – doch ob sie miteinander zusammenhängen, war bislang unklar. Frühere Beobachtungsstudien lieferten zwar Hinweise auf eine mögliche Verbindung, kamen jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen. Um mehr Klarheit zu schaffen, werteten Forschende nun systematisch die internationale Studienlage aus. Für den Review mit Metaanalyse wurden bis Juli 2025 medizinische Datenbanken wie PubMed durchsucht. Deutlich erhöhtes Risiko In die Auswertung flossen zehn Studien mit insgesamt rund 4,8 Millionen Teilnehmenden aus Europa, Amerika, Asien und dem Nahen Osten ein. Das Ergebnis: Menschen mit allergischer Rhinitis haben ein signifikant höheres Risiko, an Migräne zu erkranken. Wer Heuschnupfen hat, dürfte demnach fast dreimal so hohe Chancen haben, auch eine Migräne zu entwickeln. Vor allem größere Studien zeigten ein etwa zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko. Der Zusammenhang blieb auch in verschiedenen Untergruppen stabil, unabhängig von Alter, Studiendesign oder methodischem Ansatz. Zwar neigten kleinere Studien dazu, den Effekt zu überschätzen, doch auch umfangreichere und neuere Untersuchungen bestätigten das erhöhte Migränerisiko. Konkret bedeutet das: Von 1.000 Menschen mit Heuschnupfen leiden zusätzlich etwa 23 bis 82 an Migräne. Relevanz für die Praxis Die Autoren sehen in den Ergebnissen einen Hinweis auf eine relevante Assoziation zwischen allergischer Rhinitis und Migräne. Dieser Zusammenhang sollte ihrer Ansicht nach in der medizinischen Praxis stärker berücksichtigt werden – insbesondere bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten, die von beiden Erkrankungen betroffen sind. Gleichzeitig mahnen sie zur Vorsicht: Die eingeschlossenen Studien weisen eine teils erhebliche Heterogenität auf. Das heißt, die Ergebnisse sollten mit Vorsicht interpretiert werden, weil die in die Analyse einbezogenen Studien sich in wichtigen Aspekten teilweise stark voneinander unterscheiden und daher nur begrenzt vergleichbar sind. Bevor verlässliche Empfehlungen für ein routinemäßiges Screening ausgesprochen werden können, seien weitere hochwertige, prospektive Studien notwendig.

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