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Gesunkene Fähre von Wiener Kult-Kapitän wieder aufgetaucht | Collector
Gesunkene Fähre von Wiener Kult-Kapitän wieder aufgetaucht
KURIER

Gesunkene Fähre von Wiener Kult-Kapitän wieder aufgetaucht

Die Fähre ist wieder aufgetaucht. Mehrere Wochen war die „Novara“ – so heißt das kleine Boot – verschwunden. Plötzlich ist sie wieder da. Steht, schlammverschmiert, an der Donaulände – direkt neben dem Anfang April gesunkenen Passagierschiff „Ana“ . Damit sind beide verschwundenen Schiffe des Kult-Kapitäns Franz Scheriau , der seit Jahrzehnten mit seiner Schiffsammlung an der Donaulände liegt, wieder zurück an ihrem Ursprungsort. Nur eben an Land, statt im Wasser. Ob die beiden Boote jemals wieder auf der Donau treiben werden, ist derzeit noch unklar. Immerhin sind beide Boote gesunken: Die „Ana“ aufgrund eines technischen Defekts, wie es von der Berufsfeuerwehr heißt. Die „Novara“ schon einige Zeit davor. Sie war länger verschwunden, bis sie vergangene Woche geborgen wurde. Gefunden wurde sie direkt neben den restlichen Schiffen. Gesucht und geborgen wurden die beiden gesunkenen Schiffe durch die Wiener Berufsfeuerwehr. Sonargeräte, Taucher und sogar ein Hubschrauber seien im Einsatz gewesen, hieß es im April. Und dafür habe Scheriau nun die Rechnung bekommen. Insgesamt 22.000 Euro – 11.000 Euro pro Boot – soll Franz Scheriau nun bezahlen, wie er selbst erzählt. Eigentlich habe er die Bergung selbst durchführen wollen. „Die Stadt Wien hat aber nicht auf mich gewartet, sie wollte das mit der Feuerwehr machen“, sagt Scheriau. Nun müsse er die Einsatzkosten dafür tragen, aber: „Ich pack das nicht, ich kann das nicht bezahlen“, sagt Scheriau. Keine Versicherung Eine Versicherung, die den Schaden decken würde, hat Scheriau nicht. Zumindest nicht für alle Schiffe. Und das ist das Hauptproblem an der ganzen Causa. Denn Franz Scheriaus Schiffe liegen schon seit Jahren ohne gültigen Vertrag an der Donaulände – also de facto illegal. Zu Beginn war Franz Scheriau mit seinen Schiffen nämlich Untermieter eines Schiffliebhabers, der ein Stück Lände gepachtet hatte. Als der Pächter dann aber starb, wurde auch der Vertrag ungültig. Einen Neuen hat Scheriau seitdem nicht. Gespräche mit dem Hafen bezüglich eines neuen Vertrages laufen schon seit einigen Jahren. Bisher ist die Vertragsunterzeichnung aber immer gescheitert. Grund dafür ist eben die fehlende Versicherung. Und nun ist genau das eingetreten, was die Versicherung eigentlich abdecken sollte: Die Schiffe sind gesunken. "Er ist Mindestpensionist" Derzeit sieht es deshalb so aus, als würde Franz Scheriau die Kosten für die Bergung der „Ana“ selbst tragen müssen. Die Fähre „Novara“ dagegen habe eine Haftpflichtversicherung, sagt Scheriaus Anwalt Manfred Schiffner. Jetzt werde versucht, die Bergungskosten für dieses Schiff an die Versicherung weiterzuverrechnen. Selbst tragen könne Scheriau die Kosten nämlich nicht: „Er ist Mindestpensionist“, sagt Schiffner. In der Causa gibt es allerdings noch eine weitere Komponente: Franz Scheriau glaubt, dass seine Schiffe sabotiert und versenkt wurden. „Immer wenn er nicht auf dem Schiff ist, sinken seine Schiffe“, sagt Scheriaus Anwalt. Als die „Ana“ Anfang April gesunken ist, sei er in San Remo gewesen, als zuvor die „Novara“ verschwunden ist, sei Scheriau in seiner Heimat in der Obersteiermark gewesen. Mittlerweile habe Franz Scheriau Anzeige bei der Wasserpolizei erstattet, sagt Schiffner. Wie es mit den Schiffen von Franz Scheriau – jenen im Wasser und jenen an Land – weiter geht, ist übrigens noch offen. In der Stadt Wien in Form von Hafen Wien und MA 45 (Wiener Gewässer) laufen dieser Tage darüber interne Beratungen.

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