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Warum das "Fest der Freude" für Katharina Stemberger so emotional ist

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 81. Mal. Dieser Anlass wird morgen, Freitag, abermals mit dem "Fest der Freude" am Wiener Heldenplatz begangen. Schauspielerin Katharina Stemberger ist seit 2013 dabei und führt auch heuer wieder durch das Programm, das neben einem Konzert der Wiener Symphoniker auch einen Zeitzeugenbericht von Lucy Waldstein (sie wurde 1930 in Wien geboren und musste 1938 fliehen) sowie einen von Robert Schindel verfassten Text bietet. Gedenken und Freude "Das ,Fest der Freude‘ ist eine bittersüße Angelegenheit. Auf der einen Seite gedenken wir der Menschen, die durch das Nazi-Regime ihr Leben verloren haben, und all der Opfer, die gebracht wurden, damit wir befreit wurden. Und auf der anderen Seite freuen wir uns einfach, dass es vorüber ist", so Stemberger zum KURIER, der sie bei Designer Juergen Christian Hoerl traf, als sie ihr Kleid für den großen Abend abholte. "Grün ist die Farbe der Hoffnung, und es braucht immer Hoffnung, gerade in Zeiten wie diesen. Aber es geht per se gar nicht um das Kleid. Deshalb ist es auch sehr reduziert, sehr schlicht", erklärt der Modeschöpfer, warum die Wahl auf ein elegantes, aber schlichtes, grünes Samtkleid fiel. Katharina Stemberger persönlich war es wichtig, "nicht aufgemascherlt" zu wirken. Denn der gesamte Abend sei ohnehin "ein Balanceakt zwischen dem, was war, was ist und wo wir als Gesellschaft hinwollen". Auch in den Zeitzeugen sieht sie eine besonders wichtige Rolle. "Die tun das nicht unbedingt, weil das für sie so wichtig ist, sondern sie tun das für uns. Ich habe viel mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu tun gehabt, und das ist ein sehr schmerzhafter Prozess." Aufklärung Auch darüber, wie man nachfolgenden Generationen die Gefahr klarmachen kann, die von autoritären Regimen ausgeht, hat sich die Schauspielerin Gedanken gemacht. "Ich glaube, für die jungen Leute ist der Zweite Weltkrieg so weit weg, wie es für mich der Erste Weltkrieg war. Ich denke mir, dass das Entscheidende ist, nicht nur zurückzuschauen und zu sagen, was falsch war und wie man sich hätte verhalten sollen. Da muss man sehr vorsichtig sein." So macht sie auch klar: "Ich denke, dass autoritäre Regime nach ganz bestimmten Mustern funktionieren, und die wiederholen sich. Und ich glaube, man muss den jungen Leuten diese Mechanismen klar machen, wie Demokratie ausgeschaltet wird. Letztendlich müssen wir ja gar nicht so weit schauen. Ich möchte nicht wissen, wie es Minderheiten in Ungarn in den letzten 16 Jahren ergangen ist." Die Moderation dieses besonderen Ereignisses ist für sie aber auch mit vielen Emotionen verbunden. "Sehr emotional" "Wenn ich ehrlich bin, hab ich immer das Gefühl, meine Jahresrechnung geht vor und nach dem 8. Mai. Es funktioniert auch immer und ist toll, aber es ist mir auch klar, dass dies ein wichtiger Abend ist, weil es um ein Bekenntnis geht, das wir gemeinsam ablegen. Insofern ist es für mich sehr persönlich, sehr emotional. Ich bin kein scheuer Mensch, aber vor diesem Abend habe ich Respekt." Und auch nach dem 8. Mai hat sie ein volles Programm, denn es werden neue Folgen von "SOKO Linz" gedreht. "Ich freue mich schon, die Böslinge zu finden, zu ermitteln und sie hinter Schloss und Riegel zu setzen oder großes Verständnis dafür haben, dass sie dieses Verbrechen begehen mussten", grinst Stemberger, die Chefinspektorin Johanna Haizinger spielt.

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