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Bio-Gemüse für Menschen in Not wächst nun um Wienerwald
KURIER

Bio-Gemüse für Menschen in Not wächst nun um Wienerwald

Michi Bergmann weiß genau, was er will. „Unser Projekt soll sich zu einem Natur-Erlebnis-Bauernhof entwickeln, wo Kinder Natur erfahren und im Kleinen gesund, klima- und umweltbewusst bewirtschaftet und gelebt wird“, schildert er seine Vision. Er steht auf dem neuen Anbaugebiet des Projekts „Stadt.Land.MUT“ , auf dem bereits die ersten Gemüsesorten und Obstbäume in Bio-Qualität ausgepflanzt wurden. Dabei geht jedes Stückchen Obst und Gemüse, das dort heranwächst, an armutsgefährdete Menschen – und das kostenfrei. Vor fünf Jahren hat der Verein MUT das Projekt ins Leben gerufen, um Menschen, die in Armut leben, eine gute Ernährung zu ermöglichen. „Eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung ist für sozial Benachteiligte und prekär lebende Menschen wichtig, um ein gesundes Leben führen zu können, aber vielfach nicht leistbar“, sagt Vereinsvorstand Alexander Maier, der als gelernter Gärtner die Idee dazu hatte. Partnerschaft Seit 2021 wurde auf rund 2.000 Quadratmetern im Marchfeld angebaut und dabei pro Saison rund 4.000 Kilogramm Gemüse und Kräuter geerntet. Möglich gemacht hat das Biobauer Andi Ripfl, der die Anbaufläche zur Verfügung stellte. „Wir sagen allen Kooperationspartnern und -partnerinnen im Marchfeld, allen voran Andi Ripfl, ganz herzlichen Dank für die tollen fünf Jahre“, so das Team des Vereins. Nun können dank einer Kooperation mit zwei Landwirten aus dem Wienerwald aber noch mehr wertvolle Lebensmittel produziert werden: Dem Verein stehen nahe Altlengbach (Bezirk St. Pölten-Land) rund zehn Hektar zur Verfügung. Die Erfahrungen der letzten Jahre ermöglichen es, beim Anbau gezielt auf die Bedürfnisse der Klienten und Klientinnen des Vereins einzugehen. Auf den neuen Feldern wurden Kohlgewächse, Zwiebel, Karotten, Sellerie, Kartoffel, Paradeiser, Kürbisse und Zucchini gepflanzt. Auch Wasser- und Zuckermelonen haben sich bewährt. „Das Bio-Gemüse wird von allen gut angenommen, zusätzlich gibt es auch noch frische Bio-Kräuter. Mit Andreas Hechtl haben wir hier einen engagierten Partner, der mit uns gemeinsam in den Gemüseanbau startet und mit dem wir die Versorgung sicherstellen“, erklären Bergmann und Christian Fostel , die das Projekt für den Verein MUT vor Ort betreuen. Nach der Ernte werden die Lebensmittel vom MUT-Team nach Wien gebracht, wo sie im Gratis-Sozialgreißler des Vereins sowie im Tante-Nele-Laden, der auf die Hilfe von Familien spezialisiert ist, an Menschen in Not abgegeben werden. Inspiration Allerdings will man die Möglichkeiten, die die neue Fläche bietet, auch für die Umsetzung von Ideen nutzen. Es ist ein „Inspirationsgarten“ entstanden, der im kleinen Maßstab ein zukunftsweisendes Natursystem darstellt. Neben klassischen Obstbäumen wurden auch Sträucher und exotische Pflanzen gesetzt, um für Biodiversität zu sorgen. „Wir wollen hier eine gesunde Balance zwischen Natürlichkeit und Kultivierung aufzeigen und vorleben“, so Bergmann. Unterstützung erhält man dabei von Bio-Landwirt Ernst Fuchs , der als Pionier in der Kompostwirtschaft gilt. Das Kürzel MUT steht übrigens für „Mensch, Umwelt, Tier“ . Und auch Letztere haben auf dem neuen Areal einen Platz gefunden. Dort leben 21 Hühner, 13 frei laufende Hasen, fünf Meerschweinchen, zwei Laufenten, vier Norikerpferde sowie ein Hund und eine Katze. Ein weiterer Schritt, um Kindern einen Zugang zur Natur zu bieten.

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