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Star-Köchin Donna Hay im Interview: „Kochen soll leicht und fröhlich sein“ | Collector
Star-Köchin Donna Hay im Interview: „Kochen soll leicht und fröhlich sein“
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Star-Köchin Donna Hay im Interview: „Kochen soll leicht und fröhlich sein“

Erst am Sonntag kam sie aus den USA in München an, am Nachmittag ging es weiter nach Berlin, auch in Amsterdam stellt sie ihr neues Buch vor: Die australische Starköchin Donna Hay, eine der erfolgreichsten Kochbuchautorinnen. Weltweit hat sie Millionen Bücher verkauft. Bekannt ist die 56-Jährige für ihre unkomplizierten Rezepte und Foodstyling-Tipps , genauso zeigt sie sich auch im Gespräch mit dem KURIER, der sie als einziges österreichisches Medium traf. Hay bedauert, so wenig Zeit hier zu haben, freut sich aber über das sonnig-warme Frühlingswetter. „Ich bin eben ein Australian girl, ich liebe die Sonne.“ KURIER: Ihr neues Buch rückt den australischen Lifestyle ins Zentrum. Was können wir Mitteleuropäer davon lernen? Donna Hay: Es ist Leichtigkeit, das Leben fühlt sich mit Sonne leichter an. Ich glaube, fast jeder träumt davon. Es erinnert an Urlaub. Ist es ein Gegenentwurf zu einem gestressten Alltag? Ja, absolut. Wenn die Welt rundherum verrückt spielt, ist vielleicht das einzige, das zählt, etwas Leichtigkeit hineinzubringen – Zeit mit Freunden zu genießen. Ihre Rezepte sind „no fuss, easy going“, also unkompliziert, einfach. – Ist das heute auch eine Art von Luxus, den Sie vermitteln? Es ist eher meine Einstellung. Ich möchte nicht, dass man zu viel Zeit aufwenden muss. Mein Job ist, ein kurzes, köstliches Rezept zu bieten, das man unkompliziert auf den Tisch bringen kann. Voll mit Sonnenschein und Fröhlichkeit und mit frischen Produkten. Wie hat sich diese Idee entwickelt? Ich bin der Meinung, zu Hause bekocht man Familie und Freunde. Man ist kein Restaurant. Die sind fantastisch, haben aber einen ganz speziellen Zweck. Zu Hause geht es um etwas anderes: Zeit gemeinsam zu verbringen und nicht nur in der Küche zu stehen. Es soll leicht und fröhlich, aber auch geschmackvoll und gesund sein, mit frischen, saisonalen Produkten. Sie kombinieren sehr erfolgreich Kochen mit Foodstyling – schon lange, bevor es Instagram und Foodblogging gab. Fühlen Sie sich bestätigt oder eher kopiert? Je mehr Menschen kochen, desto besser! Ich glaube, ich war glücklicher mit meiner frühen Karriere. Ich habe nie Gerichte für Fotos kreiert, sondern immer schon Rezepte, die funktionieren. Ich musste nicht darauf achten, wie viele Follower ich damit sammle und wie ich Algorithmen dafür bediene. Mein Styling hat mehrere Wurzeln. Erfolg ist für mich, dass aus meinen Büchern gekocht wird. Die Rezepte werden funktionieren und schmecken, ich habe sie getestet. Alles was man tun muss, ist auf die Fotografien zu schauen und zu kochen. Im Foodstyling geht es aufgrund der sozialen Medien immer mehr um Perfektion. Ist das Druck oder Inspiration für Hobbyköche? Ich hoffe, es wird nicht als mehr Druck gesehen! Ich merke, viele Menschen möchten ihre Gerichte fotografieren, weil sie stolz sind, was sie gemacht haben. Ich bin immer überrascht, wie viele Menschen sich selbst beschuldigen, wenn ein Rezept aus den sozialen Medien nicht funktioniert. Ich bin glücklich, wenn so viele Menschen wie möglich kochen, darum geht es doch. Welche einfachen Deko-Tipps empfehlen Sie? Es ist zum Beispiel immer nett, zu dekonstruieren, auf verschiedenen Tellern und Platten zu servieren. Man braucht auch nichts neu kaufen, wenn man mal schaut, was man alles gesammelt hat. Man kann das am Tisch gut nutzen. Meine Großmutter gab mir all ihre Suppenschalen, ich verwende sie nie für Suppe, aber sie sind wunderbar für Blumen. Ich habe auch unzählige Eierbecher von ihr, die ich als kleine Blumenvasen verwende. Ebenso kann man Saisonales gut nutzen, wie Früchte oder Kräuter aus dem Garten. Sie sind am Markt erhältlich und günstig. Ich hebe immer Schleifen auf und nutze sie dann als Dekoration, etwa um Kräuter oder Blumen zu binden. In Ihren Büchern wirkt alles so einfach und schaut noch dazu gut aus. Hat da auch Scheitern Platz? Natürlich gibt es auch Fehler beim Entwickeln von Rezepten, wenn man eine großartige Idee hat und es einfacher machen will. Manchmal geht man dabei zu weit, es funktioniert nicht. Gibt es ein Rezept, das auch Sie nie besser oder einfacher machen könnten? Das liegt nicht in meiner Natur (lacht). Ich würde es als Challenge sehen, es immer wieder zu probieren.

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