KURIER
Die "Untere Wassergasse" in Baden : Schon seit Jahrzehnten wird über den Zustand der Fußgängerzone in diesem Abschnitt diskutiert. Denn während der Bereich rund um den Hauptplatz zu den touristischen Aushängeschildern der Kurstadt zählt, ist der weiter vom Zentrum entfernte Teil der Fußgängerzone deutlich weniger attraktiv. "Die Gasse ist derzeit einfach grässlich", findet Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP) . "Das ist schon ein Problem, seit ich in Baden lebe." Ein Problem, das nun gelöst werden soll, denn Jeitler-Cincelli ist überzeugt: "Wir machen daraus eine der schönsten Straßen Badens." Dies sei umso wichtiger, als die Untere Wassergasse die direkte Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt darstelle: "Eines der wichtigsten Eingangstore zum Stadtzentrum." Die Planungen dafür laufen bereits seit dem vergangenen Jahr. Mittlerweile haben Vorarbeiten begonnen - und sorgten prompt für Kritik von Geschäftsleuten. Von mangelnder Information und schlechter Koordination ist die Rede. Was die Bürgermeisterin aber scharf zurückweist: "Es ist einfach nicht wahr. Wir haben mehrfach über das Projekt informiert und mit allen Betroffenen gesprochen. Es ist ein Musterbeispiel für Bürgerbeteiligung." Neuerliche Information Vor allem die zuständigen Mitarbeiter der Stadtgemeinde wolle sie in Schutz nehmen: "Sie machen einen vorbildlichen Job bei der Koordination." Dennoch nehme man die Kritik zum Anlass, noch einmal alle Betroffenen persönlich und schriftlich zu kontaktieren. Auf Baustellenabsperrungen sollen QR-Codes angebracht werden, die direkt zur Beschreibung des Projektes auf der Homepage der Stadt www.baden.at weiterleiten. Aktuell werden zahlreiche Leitungen neu verlegt: Trinkwasser, Gas sowie - neu - auch Fernwärme . Dass dies nicht gesammelt auf einmal, sondern in mehreren Schritten erfolgt, sorgte für Kritik. Doch Badens Baudirektor Michael Madreiter stellt klar: "Es ist nicht anders möglich, weil unterschiedliche Leitungen in unterschiedlicher Tiefe verlegt werden müssen. Manche dürfen auch gar nicht nebeneinander liegen. Daher kann man das nicht in einem einzigen Schritt machen." Man habe die Arbeiten aber "bestmöglich abgestimmt", versichert Madreiter. Rund zwei Millionen Euro Investition Er erinnert ebenso: "Wir haben drei Informationsabende im Vorjahr abgehalten. Zuerst wurden die Wünsche der Anrainer abgefragt, danach eine erste Planung präsentiert und noch einmal diskutiert und dann die fertigen Pläne vorgestellt." Diese umfassen eine völlige Neugestaltung der Wassergasse mit "hochwertigem Betonpflasterbelag" in verschiedenen Ausführungen sowie neue Grünbereiche, Baumpflanzungen und Sitzgelegenheiten. Als Maßnahmen im Zeichen des Klimawandels sind ein "nachhaltiges Regenwassermanagement" und entsiegelte Flächen geplant. Neue Fassaden Rund zwei Millionen Euro soll die Umgestaltung kosten - die Leitungsverlegungen sind da nicht inkludiert. "Das ist teuer, aber wir wollen es uns leisten, weil es wichtig ist für Baden", sagt Bürgermeisterin Jeitler-Cincelli. "Der Bereich soll von einer Durchgangsstraße zu einer einladenden Flanier- und Einkaufszone werden. Einige Anrainer haben sich gleich angeschlossen und erneuern auch ihre Fassaden." Die Arbeiten sind in drei Abschnitte geteilt: der "obere und untere" Teil der Gasse sollen von September bis Ende November 2026 an der Reihe sein, der mittlere dann im Herbst 2027.
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