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Zehn Tage ist es her, dass der Senat der Uni Wien dem Mathematiker und Wissensvermittler (und  ÖVP-Wissenschaftssprecher) Rudolf Taschner die Ehrung zu 50 Jahren Doktorwürde strich. Wegen „Äußerungen in Zusammenhang mit Evidenz, Autonomie und Freiheit der Wissenschaft (insbesondere zum Klimawandel, […] zu Gender und Postcolonial Studies)“. Seither haben sich die meisten Medien, die führenden Meinungsbildner des Landes, Politiker, Kollegen erstaunt bis empört darüber geäußert. Zu Recht. Weil Taschner vielleicht unbequeme Ansichten quer zum (vermeintlichen) Mainstream vertritt, aber: Wer definiert denn, was die angeblich absolut gültige Norm in Sachen Gender und Postcolonial Studies ist? Wer entscheidet, was – nicht nur in der Wissenschaft – hinterfragt werden darf, was nicht? Wieso darf unliebsame Ansicht einfach delegitimiert werden? Der Unisenat und sein  Vorsitzender fragen nicht und antworten nicht. Sie werden nicht zur Verantwortung gezogen. Sie sitzen ihre Fehlleistung in Sachen Demokratie, Diskurs, Liberalität samt politischer Punzierung einfach aus. Ein österreichischer Vorgang. andreas.schwarz@kurier.at

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