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Pünktlich zum ESC-Auftakt: Hochhaus erwacht aus Dornröschenschlaf | Collector
Pünktlich zum ESC-Auftakt: Hochhaus erwacht aus Dornröschenschlaf
KURIER

Pünktlich zum ESC-Auftakt: Hochhaus erwacht aus Dornröschenschlaf

Rund 21 Jahre herrschte rund um das ehemalige APA-Hochhaus in der Gunoldstraße Stillstand. Das Areal rund um den grauen Tower lag großteils brach. Das soll sich nun ändern – Auftakt der Grätzelumgestaltung ist ein gigantisches Kunstwerk auf der Westseite des 52 Meter hohen Turms, das am Donnerstag offiziell präsentiert wurde. Mit 1.100 Quadratmetern handelt es sich um das größte Wandgemälde Österreichs. In den nächsten Jahren soll auf dem Areal weit mehr entstehen als nur ein Wandgemälde. Das Grundstück sowie umliegende Flächen werden zu einem Stadtentwicklungsgebiet. Auf 2,5 Hektar sind Wohnungen, Gewerbe- bzw. Betriebsflächen sowie Grünraum vorgesehen. Auftakt der Umgestaltung ist jedenfalls das neue Wandgemälde „In Equality“, das vom spanischen Künstler Okuda San Miguel kreiert wurde. Für die Logistik war die Streetart-Organisation Calle Libre zuständig. „Anfang April haben wir mit dem Gerüstaufbau begonnen. Zuerst wurde alles weiß gestrichen und grundiert“, schilderte Jakob Kattner , Vorstandsvorsitzender von Calle Libre. „Querelen“ rund um Tower Dass das Wandgemälde genau jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ist kein Zufall. „Dieses Gemälde ist Teil des Eurovision Song Contest Offstage-Programms. Das heißt, es ist Teil von Führungen im Zusammenhang mit dem ESC“, erklärt Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Nach „eigentumsrechtlichen Querelen“ sei nun der Startschuss für die Umgestaltung des Areals gesetzt worden. Von 1970 bis 2005 war im Turm die APA (Austria Presse Agentur) beheimatet, seither steht das Gebäude leer. Zunächst erwarb Architekt Heinz Neumann das Hochhaus. 2018 wechselte das Gebäude an den Bauträger Austria Immobilien GmbH (BAI), der kurz davor von René Benkos Signa übernommen worden war. Im Zusammenhang mit dem Signa-Konkursverfahren wurde es im Vorjahr an die Buwog verkauft, die das Gebiet nun gemeinsam mit der Stadt entwickelt. Wie konkret das Hochhaus genutzt werden soll, steht noch nicht fest, heißt es von Andreas Holler, Geschäftsführer der Buwog. „Wir halten uns alle Optionen offen. Der schlimmste Fall wäre, dass man es rückbaut. Aber es könnte genauso gut erweitert werden, das wird sich erst im Laufe des Planungsprozesses zeigen“, sagte Holler. Wo früher Nachrichten produziert wurden, trägt die Fassade im öffentlichen Raum eine Botschaft nach außen. Jakob Kattner / Vorsitzender Calle Libre Asbest wurde entfernt Eine Herausforderung war der Asbest-Befall des Gebäudes. Stock für Stock demontierten Arbeiter in Schutzanzügen vor sechs Jahren die belasteten Bauteile. „Wir haben das Glück gehabt, dass die Signa das damals schon erledigt hat. Es gibt hier kein Asbest mehr. Wir haben das prüfen lassen, bevor wir es erworben haben“, sagt der Buwog-Geschäftsführer. Wie viel das Gebäude gekostet hat, sagte er nicht. Vonseiten des Bezirks begrüßt man die Umgestaltung: „Mir ist es wichtig, dass Wohnraum sowie Grün- und Erholungsflächen für die Bewohnerinnen und Bewohner in Döbling so attraktiv wie möglich gestaltet werden“, sagte Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP). Das sehen nicht alle in der Familie so: Klemens Resch , Döblings FPÖ-Chef und Bruder des Bezirksvorstehers, übte am Sonntag heftige Kritik an der „ideologischen Dauerbespielung“. Er hätte sich auf der Fassade ein überdimensionales Döblinger Bezirkswappen als „Zeichen der Heimatverbundenheit“ gewünscht.

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