KURIER
Wer auf Social Media nach Essensvideos sucht, wird schnell auf riesige, opulente Sandwiches stoßen. Ob mit Burrata , Mango-Chili-Relish oder mit frittiertem Korean Fried Chicken – der Food-Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In den USA stehen üppig belegte Club‑Sandwiches seit Jahrzehnten für sättigendes Alltagsessen, in Italien werden Focaccias großzügig befüllt, in Indien ersetzt das Street-Food-Sandwich Vada Pav das Mittagsessen. In Österreich dominierte lange der Schinken-Käse-Toast . Doch in den vergangenen Jahren rückten auch hier immer mehr neue Sandwich-Varianten in den Vordergrund, wie etwa das Philly-Cheese-Steak und das japanische Eggdrop Sandwich . Und sie werden immer ausgefallener. Das zeigt etwa Kemal Kara in seinem Lokal Full Metal Bistro, das kürzlich im zweiten Wiener Bezirk seine Pforten aufsperrte. Zur Wahl stehen üppige, heiße und kalte Brote mit ausgefallenen Namen wie „Kuh des Manitu“ – zwei Brotscheiben gefüllt mit Rinderbratenscheiben, Essiggurkerln, Zwiebeln, Emmentaler, Aioli, Senf und Bratensaft zum Tunken. Originell ist auch der „Chili Wonka“, bei dem Schokoladenbier auf Putenkabanossi, Wadschinken, Mais, Bohnen und Paprika trifft. „Schokolade und Bier passen hervorragend zu Fleisch“, erklärt Lokal-Betreiber Kara. Demnächst will er auch süße Sandwiches anbieten – etwa mit Schwedenbomben, Erdnussbutter und Marmelade. Eine Idee, die man aus der ORF-Serie „Die Biester“ kennt: Auch hier werden Semmeln mit zerdrückten Schwedenbomben verzehrt. Weitere Sandwich-Lokale Kreative Sandwiches findet man nicht nur bei Kara, auch im Lokal Dazwischen im Servitenviertel wird experimentiert: Hier stehen raffinierte Brote wie „Merguez Royals“ mit Rind-Lammwürstel, Salat, Mini-Fritts und Harissa Dijonaisse im Brioche-Weckel oder das „Ajitama Sando“ (Brot mit marinierten Eiern, Kewpie-Mayonnaise und Gurkerln) auf der Karte. Das Bastis im vierten Wiener Gemeindebezirk bietet ebenso deftige Sandwiches, darunter etwa den „Wingi“ – knusprig frittierte Hühnerstreifen eingelegt in einer süß-scharfen koreanischen Wing-Soße mit Jungzwiebel, Cheddar und Mayo. Worauf es ankommt Aber was macht ein gutes Sandwich aus? Es müssen nicht immer ausgefallene Zutaten sein. Wichtiger ist, dass das Weckerl beim Befüllen nicht auseinanderfällt oder zu letschert wird. „Je flüssiger der Inhalt, desto fester muss das Brot sein“, gibt Kara zu bedenken. Das könnte etwa ein Baguette oder ein Ciabatta sein. Hilfreich ist auch Mayonnaise, die mit ihrem hohen Fettanteil verhindert, dass das Brot schnell durchweicht. Dann stellt sich noch die Frage nach dem richtigen Aufbau. Kommt zuerst ein Salatblatt auf das Brot und dann die restlichen Zutaten wie Käse, Fisch oder Fleisch – oder ist es genau umgekehrt? Laut BBC fanden Forschende des Nationalen Instituts für Agrarforschung heraus, dass Sandwiches besser schmecken, wenn geruchsintensivere Zutaten wie Räucherlachs oder kräftiger Käse unter dem Salat liegen. Denn die darüberliegenden Schichten verhindern, dass intensive Aromen den Geschmack überlagern. Im Grunde kann ins Sandwich alles rein, was der Kühlschrank hergibt, sagt Kara. Das könnte etwa ein übrig gebliebenes kaltes Schnitzel vom Mittagessen sein – dazu ein paar Salatblätter oder Tomaten, ein wenig Mayo, Chilisauce oder auch Pesto. Ob ausgefallen oder schlicht: Am Ende zählt, dass es schmeckt.
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