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Folge der Zuwanderung in Österreich: "Heim an den Herd“ | Collector
Folge der Zuwanderung in Österreich:
KURIER

Folge der Zuwanderung in Österreich: "Heim an den Herd“

Eine nackte Frau – die Künstlerin Florentina Holzinger – hängt kopfüber als lebender Klöppel in einer Riesenglocke, die aus der Lagune gezogen wird: Österreichs Biennale-Eröffnung diese Woche hätte nicht spektakulärer sein können. Blut, Ausscheidungen, Verletzungen – alles kommt bei der gehypten Künstlerin vor. Das ist möglicherweise – ganz ohne Ironie – große Kunst, vielleicht aber auch nur eine kalkulierte Provokation. Beide Meinungen sind legitim – auch wenn Letztere vielleicht dazu führt, von der Uni aus Protest kein goldenes Doktordiplom mehr verliehen zu bekommen. Es ist in manchen Kreisen (ja, leider auch in Medien) populär geworden, die Welt in „progressiv“ und „konservativ“ bis „rechts“ einzuteilen, wobei gleich klar ist, wer da auf der falschen Seite der Geschichte steht. Natürlich gilt es dabei als Bürgerpflicht, sich am rückständigen Frauenbild der „Rechten“ zu reiben und auch den „Tradwife“-Trend zu verurteilen, bei dem junge Frauen in traditionellen Rollenbildern auf Instagram & Co posieren. Nackte Nonnen (wie in Holzingers Opernperformance „Sancta“ bei den Wiener Festwochen) werden hingegen beklatscht. Leider verschließen die moralisch Erhabenen die Augen davor, dass Religionskritik und Feminismus tatsächlich schwer gefährdet sind; aber weniger durch irgendwelche diffusen „Rechten“, sondern durch die sich dank Zuwanderung gerade fundamental wandelnde Gesellschaft. Wer solches (schon länger) behauptet, zählt nicht zu den „Guten“, obwohl ein nüchterner Blick auf die Zahlen als Realitätscheck reichen müsste. 38 Prozent der Wiener Pflichtschüler sind mittlerweile Muslime, 23,5 Prozent ohne Bekenntnis, nur noch knapp 20 Prozent katholisch. Wahre Feministinnen sollten sich also weniger mit Gendersternchen beschäftigen, als mit den „Basics“: Während nämlich acht von zehn männlichen Flüchtlingen nach knapp einem Jahrzehnt Aufenthalt in Österreich arbeiten, sind es bei den Frauen nur vier von zehn, so eine neue Studie des Integrationsfonds. Natürlich gibt es viele säkulare Muslime, die sich an unser Lebensmodell angepasst haben. Aber durch arabisch-afrikanische Zuwanderer breitet sich ein rigiderer und „salafistischerer“ Islam mit „traditionelleren Frauenrollen“ aus, wie Integrationsexperte Kenan Güngör in der Presse analysierte. Ein sichtbar sehr hoher Anteil der Jungmütter in Wien trägt plötzlich das Haar züchtig-muslimisch verhüllt, damit es die Männer sexuell nicht reizt – also auch eine Art von Tradwives. Preisfrage: Wie werden ihre (vielen) Kinder dereinst als Erwachsene über eine nackte Frau als lebender Glockenklöppel urteilen? Wagt es die Kunst, an diesem Tabu zu rütteln? Oder bleibt sie lieber im selbst gewählten elfenbeinernen Glockenturm?

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