KURIER
Das Muttertagsfest zählt zu den alljährlichen Highlights im Seniorenheim – es steht auf einer Stufe mit den Feiern zum Nikolo, zu Weihnachten oder im Fasching. Und vor allem bei den Bewohnerinnen der für die Stadt Wien tätigen „Häuser zum Leben“ ist die Vorfreude auf das Festmahl besonders groß – gibt es doch traditionell ein Muttertagsherz für alle. Entsprechend groß war daher bei einigen der Ärger, dass die herzförmige Schoko-Köstlichkeit nun gestrichen wurden. Bewohner der „Häuser zum Leben“ haben sich an den KURIER gewandt, weil sie diese Vorgehensweise nicht goutieren. Im Vorfeld sei dies zwar angekündigt worden, dennoch seien beim Fest am Donnerstag einige enttäuscht gewesen. Zumal die Mitteilung äußerst dürr gewesen sei: „Die Muttertagsherzen wird es heuer bei der Feier nicht geben“, stand in einer Mitteilung an alle Bewohner zu lesen. Eine Begründung dafür gab es jedoch nicht – die wollen die Seniorinnen aber kennen: „Es wird schon seit einigen Wochen bei der Verpflegung gespart. Jetzt hat es auch die Muttertagsherzen erwischt“, berichtet eine über 80-jährige Bewohnerin, die anonym bleiben möchte. Nachsatz: „Dass man mit der Aufbau-Generation jetzt so umgeht, hätte ich nicht für möglich gehalten.“ So seien etwa auch die beliebten Fruchtsäfte in den Seniorenklubs eingespart worden: „Seither gibt es nur noch Leitungswasser.“ Und auch bei diversen Mahlzeiten würde oft bei den Beilagen respektive dem Gebäck gespart, wird vermutet. Die „Häuser zum Leben“ sind österreichweit der größte Anbieter für Seniorenbetreuung: In 30 Pensionisten-Wohnhäusern stehen rund 9.000 Wohn- und Pflegeplätze zur Verfügung. Womit das Einsparungspotenzial nur bei den Muttertagsherzen durchaus groß ist und im fünfstelligen Bereich liegt. „Nachspeise mit Herzerl“ Allerdings werden Spargründe seitens der Pressestelle dementiert: Die „zuvor separat verteilten Schokoherzen“ seien nämlich von „vielen Bewohnerinnen nicht konsumiert“ worden, weshalb man heuer das Thema Muttertag in die „kulinarische Gesamtgestaltung integriert“ habe: Die Nachspeise – eine Beerenmousseschnitte – sei mit einem Schokoherz dekoriert gewesen. Und bei den Fruchtsäften? Hier sei der alte Vertrag ausgelaufen – und man noch auf der Suche „nach alternativen Anbietern“, heißt es von „Häuser zum Leben“.
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