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Cosmó im Interview: Am Abend danach verkatert "Bergdoktor" schauen | Collector
Cosmó im Interview: Am Abend danach verkatert
KURIER

Cosmó im Interview: Am Abend danach verkatert "Bergdoktor" schauen

Von Kindertanzgruppen bis zu Seniorenheimen, alle machen schon den „Tanzschein“ – bzw. die entsprechende Choreografie. Daheim kommt Österreichs Vertreter zum ESC 2026 gut an. Aber wie wird es das internationale Voting-Publikum sehen? Vor seiner ersten Probe zeigt sich der Sänger mit starken Nerven. KURIER: Auf den Sozialen Medien findet man schon jede Menge Tanzschein-Choreografien – welche Truppe hat Sie denn am meisten überrascht? Cosmó : Die Bandbreite war für mich am überraschendsten. Ich habe sehr kleine Kinder gesehen und ich habe auch ganz, ganz liebe Pensionistinnen und Pensionisten in Altersheimen gesehen, wie sie auch die Choreo gemacht haben. Das fand ich echt cool. Können Sie schon mehr über Ihre Bühnenshow beim Song Contest verraten? Also es wird tatsächlich ein Requisit geben, das ziemlich in die Höhe geht. Wir haben ja Tänzer und Tänzerinnen auf der Bühne und die werden das dann auch benutzen. Wir haben natürlich wieder die Tiere und die Tiermasken. Und wir möchten das Motto „Dance Away Your Inner Animal“ zeigen. Die Geschichte vom Song „Tanzschein“ hat sich da aber seit dem Vorentscheid ein bisschen geändert, oder? Da ging es ja um die Leute im Club, die lieber gaffen und aufreißen und die Tanzenden so ein bisschen runterziehen … Genau. Und wir wollten es jetzt nochmal simpler machen, damit es wirklich auch gut rüberkommt bei einem internationalen Publikum. Da dachten wir, das ist das beste Motto, weil jeder und jede hat ja schließlich ein inneres Tier. Und es geht nicht darum, dieses Tier irgendwie zu ignorieren, sondern dieses Tier durch das Tanzen aus sich heraus zu lassen und zum Menschen zu werden. Also wäre der Song zu komplex für ein internationales Publikum? Dadurch, dass wir einen deutschen Text haben, ist es natürlich schwieriger. Da muss man sich mehr auf die Emotionen fokussieren. Sie haben erzählt, dass Sie eine Zeitlang frustriert waren, weil sie nicht Ihren eigenen Stil gefunden haben. Wodurch ist dann mit Cosmó der Knopf aufgegangen? Und ich war frustriert mit dem englischen Poprock und habe irgendwie das Gefühl gehabt, ich komme nicht weiter. Ich bin halt ein Mensch, der so mit Druck probiert, das wirklich hinzukriegen. Mein Produzent Markus Perner hat mir dann geraten, ich soll mal loslassen und schauen, was passiert. Dann habe ich mir wirklich mal keine Grenzen gesetzt und habe sogar gedacht, hey, vielleicht mal auf Deutsch und vielleicht mal mehr so ein Club-Sound. Also funktioniert das Deutsche besser? Es hat sich für mich vom ersten Moment an natürlich angefühlt, weil es ja auch meine Muttersprache ist. Das hatte ich im Englischen nicht. Meine ersten Songs auf Englisch, das war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sagen wir so. Beim ESC hebt sich Deutsch jedenfalls ab… Das ist ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal, weil wir jetzt nur den britischen Kollegen haben, der ein paar deutsche Wörter eingebaut hat. Welche Künstler inspirieren Sie? Für mich ganz klar einerseits Billie Eilish. Ich finde ihren Werdegang super inspirierend, wie sie in ihrem Kinderzimmer angefangen hat, Musik selber zu machen auf ihrem Computer mit ihrem Bruder - und jetzt ist sie auf den größten Bühnen der Welt. Bei mir entstehen die Songs auch immer zuerst auf meinem Laptop. Und andererseits finde ich Cro sehr cool, weil er ist so ein Gesamtpaket als Künstler, sowohl musikalisch als auch visuell. Der trägt ja auch eine Maske, aber eine komplette …. Ich dachte anfangs, dass es klappen wird mit der Anonymität, aber das ist dann doch nicht so. Da müsste ich mein ganzes Gesicht blau anmalen, wie bei der Blue Men Group. Kann man die Message von „Tanzschein“ auch auf den Song Contest selbst ummünzen - nach der Spaltung in den letzten Jahren eine Erinnerung daran, dass das eine gemeinsame Party ist? Ich war von meinem Umfeld und von allem, was in der Welt passiert, inspiriert. Ich wollte einen Song, der die Menschen zusammenbringt. Und ich glaube, das gelingt sehr gut durch das Tanzen. Wenn wir alle gemeinsam einen Tanzmove machen, dann ist es wirklich völlig wurscht, aus welcher Kultur, mit welcher Sprache, welcher Mensch man ist. Nach dem Vorentscheid gab es einiges an Online-Hass - das haben Sie aber ganz gut weggesteckt. Ist das der Vorteil der Digital Natives? Ich würde das nicht so sagen. Ich kenne schon Menschen, die das belastet. Generell, was im Internet an Kommentaren oder an Kommunikation passiert. Wir sind doch noch eine Generation, die lernen muss, damit umzugehen. Aber es hat auf jeden Fall geholfen, dass ich mit dem Internet aufgewachsen bin. Ich denke mir einfach, das Internet kann manchmal ein weird place sein. Und es hat sich auch sehr von dem unterschieden, was in der Realität passiert ist. Ich habe ganz liebe Fans getroffen und Menschen, die mir gesagt haben, wie toll sie den Song finden. Das ist sicher auch ein Faktor. Wenn man nur im Internet unterwegs ist und nur diesem Hass ausgesetzt ist, ist das wieder eine andere Geschichte. Wie geht man als Interpret um mit Wettquoten, die ja in Ihrem Fall von einem Platz weit hinten ausgehen? Ist das vielleicht sogar gut, weil man sich denkt, schlimmer als vorausgesagt kann es eh nicht kommen? Es ist tatsächlich gleich. Auch wenn es eine gute Platzierung wäre in den Wettquoten, ich beachte die nicht, weil ich habe mein Ziel ganz klar vor Augen. Ich möchte mein Bestes geben und die beste Show bieten, die wir bieten können. Wer hat den ersten ESC, den Sie je gesehen haben, gewonnen? Das war Conchita. Ich habe sie mit Lego nachgebaut, passend zu meinem Alter (7 Jahre, Anm.). Aber ich habe ich mir auch gedacht, Wahnsinn, in Österreich kann man so ein Maß an Berühmtheit und musikalischen Erfolg erzielen. Ich fand das so schön, weil man oft hört, Hollywood und Amerika, das ist „the place to be“ für Musiker. Aber nein, es geht auch genauso in Österreich. Und das fand ich so inspirierend, dass Conchita Wurst ein Weltphänomen geworden ist. Ihre ganze Familie ist „Bergdoktor“-Fan. Gibt es da am Abend nach dem Song-Contest feierliches gemeinsames Bingen? Ich habe jetzt ja die letzte Staffel ganz verpasst. Das bietet sich gut an, dann am Sonntag verkatert noch einmal den „Bergdoktor“ anzuschauen.

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