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Seenschifffahrt auf Erfolgskurs
KURIER

Seenschifffahrt auf Erfolgskurs

„Wir haben für jeden Geschmack und jede Brieftasche ein Angebot“, sagt Karl Eder, Kapitän und Geschäftsführer der Traunseeschifffahrt GmbH, die mit 185 Jahren eines der ältesten privaten Schifffahrtsunternehmen der Welt ist. Eder ist Sprecher der oberösterreichischen Schifffahrt mit 66 Unternehmen – davon sind 46 mit ihren Schiffen auf den Seen und 20 auf Flüssen unterwegs. Schaufelraddampfer Die Branche hat sich nach Corona gut erholt und wächst ständig. Auch weil „Natur und Erholung wieder voll im Trend sind“, wie Tobias Pürcher, Chef der Wolfgangseeschifffahrt sagt, zu der als Highlight der Schaufelraddampfer „Kaiser Franz Josef I.“ gehört. Auch Eder setzt auf einen Schaufelraddampfer („Gisela“), der mit 155 Jahren der älteste weltweit ist. Doch bei der Tradition alleine belässt es der Traunseekapitän nicht: Mit Candle-Light-, Tanz- und Jazzfahrten hat er sich unabhängig vom Ausflugstourismus gemacht und die Saison über das Frühjahr und den Sommer ausgedehnt. „Wir spüren da eine große Nachfrage und kommen dieser mit weiteren Angeboten entgegen“, so Eder. Die Muttertagsfahrten mit 3-Gang-Menü an Bord sind bereits seit Wochen ausgebucht. 230.000 Gäste 2025 hatte die Traunseeschifffahrt 230.000 Fahrgäste auf sechs Schiffen. Bei der zur Stern-Gruppe gehörenden Attersee-Schifffahrt punktet man auch mit Themenfahrten, so Doris Cuturi-Stern, Geschäftsführerin der Stern Schifffahrt GmbH, zu der auch die Altaussee-Schifffahrt gehört. Cuturi-Stern setzt etwa in Kooperation mit der Weyregger Bachtaverne auf Genussfahrten, bei denen Feinschmecker-Menüs angeboten werden. Die Schiffe sind nach Künstlern mit Attersee-Verbindung benannt und designt: Gustav Mahler, Gustav Klimt und Christian Ludwig Attersee. Mit „Gansl ahoi“ oder Adventfahrten wird die Saison bis in den November bzw. Dezember verlängert. Mit Partyfahrten werden jüngere Gäste angesprochen. „Das Wasser ist ein Sehnsuchtsort“, sagt Cuturi-Stern. Sie erwartet „aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten“ inklusive teurerer Flugreisen heuer mehr Gäste. Sicherheit und Nähe Wie auch Pürcher: „Ich glaube, dass Faktoren wie Sicherheit und Nähe jetzt in den Vordergrund rücken.“ Er höre von Hoteliers, dass die Nachfrage für den Sommer stark steigt – vor allem aus Deutschland und Holland. Pürcher: „Gäste kehren wieder zurück, nachdem sie zuletzt Ferndestinationen gebucht haben.“ Wolfgangsee Pürcher betreibt fünf Schiffe, die 2025 rund 529.000 Fahrgäste beförderten. Aufgrund der vielen (ausländischen) Touristen, die von der Stadt Salzburg aus einen Abstecher an den Wolfgangsee machen, setzt er mehr auf Ausflugsfahrten. Themenfahrten gibt es für Einheimische – etwa eine „Sternschnuppenfahrt“. „Der Branche geht es gut“, sagt Kapitän Eder, der für die Betriebe heuer weitere Zuwächse erwartet. Was die gute Bilanz trübe, seien die hohen Dieselpreise. „Das schlägt sich natürlich durch, wobei noch nicht klar ist, wie lange das dauern wird.“ Neue Vorschriften Als erschwerend erweisen sich auch immer neue Vorschriften, die bei älteren Schiffen oft schwer umsetzbar sind. Eder: „Da muss man ein bisschen aufpassen.“ Ein wichtiger Faktor ist allerdings nicht beeinflussbar: „Wenn es regnet, dann spüren wir das natürlich gleich.“

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