KURIER
Als Verena Dunst im Herbst 2023 nach gut vier Jahren als erste Frau als Landtagspräsidentin Platz für Robert Hergovich machen musste, war der Abgang gewiss nicht freiwillig. Das soll jetzt anders sein. „Ich habe schon sehr lange kundgetan, dass ich mich als Präsidentin der Volkshilfe zurückziehe“, sagt Dunst im KURIER-Gespräch. Nach 24 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit an der Spitze der Hilfsorganisation hat die Moschendorferin das Amt an den Rudersdorfer Thomas König übergeben. Die Nachfolgesuche sei sehr schwierig gewesen, so Dunst, denn „viele wollen sich das nicht antun“. Als Mutter und Oma von drei Enkelkindern habe sie auch ihrer Familie gegenüber eine Verpflichtung, erzählt die 68-Jährige. Auch ihr Mann liege ihr ständig in den Ohren, endlich aufzuhören. „Es geht einfach nicht mehr, auch wenn‘s mir im Herzen wehtut“, resümiert Dunst ihren Entschluss. König, er ist Betriebsratsvorsitzender des Burgenländischen Müllverbandes und SPÖ-Vizebürgermeister, wurde am Donnerstag in einer Präsidiumssitzung zum interimistischen Präsidenten gewählt. Ob er längerfristig bleibt, ist offen. Noch heuer soll darüber entschieden werden. Mann folgt Frau Die Lehrerin und spätere Direktorin Dunst war Abgeordnete im Nationalrat und im Landtag sowie 19 Jahre Landesrätin in den Regierungen von LH Hans Niessl, ehe sie 2019 als erste Frau im Burgenland zur ersten Landtagspräsidentin gewählt wurde. Die resolute Politikerin hat sich in der Männerwelt der burgenländischen SPÖ behauptet, am Ende sind es aber doch wieder Männer, die ihr nachfolgen. Erst im Landtagspräsidium, jetzt in der Volkshilfe und vor zwei Monaten im Präsidium der Bundes-SPÖ , wo seither Klubobmann Roland Fürst sitzt, der verlängerte Arm von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil . Doskozil stellte Dunst nach ihrem Abschied aus dem Landtagspräsidium in Aussicht, nach der Landtagswahl 2025 auf einem Landesmandat wieder in den Landtag zu kommen. Besetzt wurden die zwei Landeslistenmandate nach der Wahl aber mit zwei Männern – Fürst und Gerhard Hutter , beide aus Bad Sauerbrunn. Welcher Landeshauptmann war ihr der liebste? „Das kann ich nicht sagen, sie sind alle so verschieden“, meint Dunst im Rückblick auf Hans Sipötz, Karl Stix , Niessl und Doskozil. Was macht sie jetzt? In den Sonnenmärkten Oberwart und Güssing habe sie sich schon als ehrenamtliche Mitarbeiterin angemeldet und die Vorkämpferin des Uhudler will ihren eigenen Wein verkaufen – „ein paar Flaschen“. Und bis zur nächsten Wahl ist Verena Dunst auch noch im roten Landesparteivorstand .
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