KURIER
„Kamerateams sind bei uns eingefallen!“, spricht eine Guntersdorferin von „großem Medienrummel“ vor der örtlichen Volksschule. Was war passiert? Eigentlich nichts. Jedenfalls nicht am vergangenen Donnerstag. Doch plötzlich interessierten sich einige Medien für die „Nachwehen“ eines Vortrags in der Volksschule, den der Verein gegen Tierfabriken (VGT) im November an der Guntersdorfer Volksschule gehalten hat. "Die Aufregung war groß" Dabei ging es um Tierschutz, aber auch um Tierleid. „Die Aufregung war danach bei den Eltern groß“, erinnert sich Bürgermeister Roland Weber (ÖVP) . Denn einige Kinder wollten danach kein Fleisch mehr essen, aus Mitleid mit den Tieren. Im Schweinestall Unter den Eltern sind einige Landwirte und Tierhalter, die nicht gut hießen, dass ihre Kinder durch den VGT ein anderes Bild von der Tierhaltung haben. „Ich habe die Wogen geglättet“, so der Bürgermeister, der einen Ausflug in einen Schweinebetrieb ganz in der Nähe für alle Klassen organisierte. Weber, selbst Landwirt, nennt diesen einen Vorzeigebetrieb, in dem die Kinder sehen, wie Schweinehaltung am Land funktioniert – dieser Ausflug fand bereits im März statt. Davon gab einen Bericht mit Bild auf der Gemeindehomepage, auch die NÖN berichtete darüber. Dann war es still, bis nun einige Medien vor der Schule auftauchten und mit der Direktorin sprechen wollte. Doch die gab keinen Kommentar ab und blieb im Schulgebäude. "PR-Geschichte" „Es war eine PR-Geschichte vom VGT. Das können sie bei uns auf der Gasse machen, aber nicht in der Volksschule“, ist Weber nicht ganz glücklich mit dem Schulbesuch. Jeder könne seine Meinung sagen, müsse aber auch die eines anderen akzeptieren. „Sie sollen ruhig Missstände aufzeigen, aber nicht mit grauslichen Bildern bei den Volksschulkindern“, setzt der Bürgermeister klare Grenzen. Keine Schockbilder „Wir sind immer wieder in Schulen zu Gast. Ganz selten gibt es Beschwerden“, sagt VGT-Sprecher David Richter auf KURIER-Nachfrage. Immerhin seien Jäger oder Bäuerinnen ebenfalls in Schulen zu Gast. Er war zwar nicht in Guntersdorf, stellt aber klar: „Wir haben sicher keine Schockbilder gezeigt“, weiß er, dass die Tierschutzlehrer des VGT altersgerecht aufklären. „Wo, wenn nicht in Schulen, soll man vernünftig über Tierschutz sprechen können?“, fragt Richter. Er kennt das Foto vom Ausflug der Guntersdorfer in den Schweinestall. „Da ist Stroh zu sehen. In 80 bis 90 Prozent der Betriebe gibt es kein Stroh mehr. Aber die Normalität zeigt man eben nicht her“, meint der Tierschützer.
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