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Keine Zahnpasta: Diese Tube kommt aufs Brot
KURIER

Keine Zahnpasta: Diese Tube kommt aufs Brot

Von Gernot Heigl Zahnpasta aus der Tube auf dem Frühstücksweckerl? Weit gefehlt! Was auf den ersten Blick für Schmunzeln und Verwunderung sorgt, ist eine Lebensmittelinnovation aus dem Südburgenland: die Tubenmarmelade von Klaudia Postl aus Jormannsdorf. Die Idee zu dieser Neuheit kam der 57-jährigen selbstständigen Produzentin schon vor mehreren Jahren. „Wer kennt das nervige Streitthema nicht, wenn die Frau die Marmelade mit einem Löfferl, der Mann sie aber mit dem Buttermesser aus dem Glas nimmt? Also wollte ich da etwas Grundlegendes verändern, fand damals aber nicht die nötige Zeit.“ Denn Klaudia Postl betrieb bis November vergangenen Jahres die „Genussecke“ in Oberwart. In ihrem Geschäft und beim Bauernmarkt verkaufte sie selbst gemachte pikante und süße Strudel, Mehlspeisen, Torten, Aufschnittplatten und Brötchen. Zu ihrem Sortiment zählten zudem ausgefallene Marmeladenkreationen im Glas. Alles in Handarbeit Nachdem sie den Verkaufsladen geschlossen hatte und ihre Waren nur noch auf Bestellung für Privat- und Firmenkunden produziert, blieb ihr Zeit, sich der Tuben-Idee zu widmen. „Rasch habe ich lebensmittelechte Metalltuben gefunden, die in Österreich produziert werden, mir Fülltrichter organisiert und am 10. April den ersten Versuch gestartet.“ Fünf Tuben füllte sie mit ihrer selbst gemachten Erdbeermarmelade und verschloss die Behältnisse mit Spezialwerkzeug. Danach folgte die Versiegelung der Tubenöffnung mit einer Membran, die zum Öffnen mit der Spitze des Schraubdeckels aufgestochen werden muss. Anschließend klebte sie die in Oberwart produzierten Etiketten darauf – fertig war ihre Innovation. Überraschung beim Frühstück Die Neuheit sorgte beim Frühstück mit Bekannten für Überraschung und erstaunte Nachfragen: „Was ist denn das? Zahnpasta? Senf? Mayonnaise?“ Gefolgt von: „Nein, echt jetzt? Marmelade aus der Tube, voll lässig“, schildert Klaudia Postl lächelnd. „Da nach der Probeverkostung alle begeistert waren, habe ich mit der Produktion begonnen.“ Inzwischen hat die Südburgenländerin ihr Sortiment erweitert und bietet neben Erdbeere auch die Varianten Heidelbeere, Heidelbeere-Limette und Marille an. In viel Handarbeit befüllte sie insgesamt 185 Tuben mit je 135 Gramm selbst hergestellter Marmelade – die Früchte stammen großteils aus der Region – und besuchte damit Billa-Franchisenehmer Richard Willax. Weg in den Supermarkt Der Oberwarter Supermarktchef führt in seinem Regionalsortiment in der Umlegungsstraße bereits die in Gläser abgefüllten Marmeladen von Klaudia Postl. „Ich war von der Idee sofort geflasht. Nachdem ich dachte: Wie geil ist das denn, und warum ist da keiner früher draufgekommen – zumindest ist die Idee für mich völlig neu –, habe ich mir Kostproben direkt aus Mustertuben in den Mund gedrückt“, schmunzelt Willax. „Ich wollte der Erste sein, der diese Innovation zum Kauf anbietet.“ „Ungeöffnet ist das Produkt mindestens zwei Jahre haltbar“, sagt die Südburgenländerin. „Total hygienisch und daher bestens für ein stressfreies Frühstück mit dem Mann geeignet.“ Aber, so Postl, die Tubenmarmelade sei auch ideal bei Freizeitaktivitäten wie Ausflügen, Campingtouren oder Reisen – wegen des geringen Verpackungsgewichts und weil kein Glasbruchrisiko besteht. „Daher auch für Kinder empfehlenswert.“ Die Südburgenländerin, die demnächst Versuche mit einer Apfel-Lavendel-Marmelade startet, bietet ihre Produkte auch als Werbegeschenk an, auf Wunsch mit Logo. „Ich strotze nur so vor Ideen“, meint Postl. Sie kann sich ihre Tubenmarmelade auch als Give-away bei Hochzeiten vorstellen, bei denen sie die Namen der Brautleute aufklebt.

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