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Erstes ESC-Semifinale: Heimliches Finale, gleich zu Beginn
KURIER

Erstes ESC-Semifinale: Heimliches Finale, gleich zu Beginn

Gleich beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest 2026 am heutigen Dienstag (12. Mai) sind die zwei Favoriten für den Gesamtsieg zu hören: Finnland und Griechenland. Und auch der umstrittenste Teilnehmer: Noam Bettan tritt für Israel an. Außer Konkurrenz, weil bereits fix fürs Finale qualifiziert, werden auch Sarah Engels für Deutschland und Sal Da Vinci für Italien ihre Songs präsentieren. Beginn der ORF-1-Übertragung ist um 21 Uhr (davor gibt es um 20.15 Uhr wieder Andi Knolls "Mr. Song Contest proudly presents") . Das sind die 15 Acts des 1. Semifinales in der Startreihenfolge: 1 Moldau: Satoshi Den Auftakt macht heute ein flotter  Tanzhit mit  Ethno-Klängen und Erinnerungsstütze: Beim Titel „Viva, Moldova!“ kann man das Herkunftsland nicht vergessen. 2 Schweden: Felicia Text aus dem Reimwörterbuch, Großraum-Discogestampfe und eine Maske wie 2020, nur in Glitzer: „My System“  scheint ein dezidierter Siegesvermeidungssong. 3 Kroatien: Lelek „Andromeda“ ist der heurige Song zum Thema mythisches Mittelalter. Große Dramatik, wuchtige Drums, und der Verhörer „Dromedar“ liegt nah. 4 Griechenland: Akylas Garantiert keine kalten Füße wird heuer der griechische Sänger Akylas bekommen: Im kuscheligen Katzenoutfit präsentiert er  seine temporeiche Mischung aus Kapitalismuskritik und Liebeserklärung an die Mama. Computerspiel-Sounds treffen dabei auf Folk-Klänge, Deichkind und Ballade. Selbstironie kommt bei den ESC-Fans bekanntlich gut an – Akylas liegt wenig verwunderlich auf Platz 2 der Wettquoten. 5 Portugal: Bandidos do Cante Von „Banditen des Gesangs“ würde man eventuell Pfeffrigeres erwarten als fünf Anzugmänner, die herumstehen und dabei eine Ballade („Rosa“) singen. Das große Finale: Geigensolo mit Rose. 6 Georgien: Bzikebi „Replay“ ist eventuell etwas, was die KI ausspuckt, bittet man sie um einen ESC-Beitrag. Die Gruppenchoreografie beinhaltet Fingerwackeln. 7 Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen Im hohen Norden setzt man heuer auf Feuriges: Der finnische Beitrag „Liekinheitin“ (Deutsch: Flammenwerfer) vereint dramatische Geigenmelodien mit Pop und Rock. Und sorgt mit einer Sonderregel für Aufsehen: Violinistin Linda Lampenius darf ihr Instrument live spielen. Schwitzen muss das Duo heute  nicht –  Finnland wird als Top-Favorit bequem ins Finale einziehen. 8 Montenegro: Tamara Živković Seit 2007 nimmt Montenegro beim ESC teil, erst zweimal hat es das Land ins Finale geschafft. Auch für „Nova zora“ – ein moderner Elektropop-Hit mit ein bisserl Kirchenchor – dürfte es knapp werden. 9 Estland: Vanilla Ninja Die estnische Pop-Rock-Band ist bereits 2005 für die Schweiz angetreten – und dürfte damals bereits „Too Epic To Be True“ geschrieben haben. Zumindest klingt der Song beachtlich aus der Zeit gefallen. 10 Israel: Noam Bettan Auf Englisch, Französisch und Hebräisch besingt Noam Bettan eine gewisse „Michelle“, mit der er nach einer toxischen Beziehung endgültig Schluss machen will.  Der Song ist ein pathosgeladener Pop-Hit mit Flamenco-Anleihen. Nach zwei Jahren mit Balladen wollte man in Israel musikalisch also wieder mal etwas anderes probieren. „Michelle“ wirkt zunächst eher unspektakulär, könnte live aber überzeugen – wobei es nach den ersten Probenausschnitten bei Bettan  eher nach Stehpartie aussieht. An dem Song hat übrigens die Vorjahreszweite Yuval Raphael („New Day Will Rise“) mitgeschrieben. 11 Belgien: Essyla Wer Entzugserscheinungen bezüglich „Holiday on Ice“ hat, ist hier titelmäßig gut bedient: „Dancing on the Ice“ ist eine gute Nummer, stimmlich nahe bei Olivia Rodrigo, mit Elektrozeugs. 12 Litauen: Lion Ceccah Keine Sorge, Sie verstehen nicht plötzlich Litauisch: Der Songtitel „Sólo Quiero Más“ ist spanisch. Herr Ceccah will mehr, auch wenn wir in einer verrückten Welt leben. Man kann es nachvollziehen. 13 San Marino: Senhit Es gibt einen tollen Pophit namens „Superstar“ von Jamelia. Man würde den lieber hören als „Superstar“ von Senhit. Immerhin gesellt sich 80er-Jahre-Star Boy George auf die Bühne dazu.  Auch der hat Lieder, die man lieber hören würde. 14 Polen: Alicja Gebetet wird heuer in  Polen: „Pray“ von Sängerin Alicja ist eine interessante Mischung aus R’n’B und Trap, gesanglich beeindruckend, man hat dabei nur blöderweise auf einen eingängigen Refrain vergessen. 15 Serbien: Lavina Stilecht im schwarzen Leder- und-Nietengürtel-Outfit gibt die serbische Metal-Band Lavina ihr düsteres „Kraj mene“ (Deutsch: Neben mir) zum Besten. Da soll noch mal wer behaupten, der ESC wäre zu uncool.

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