KURIER
Auf dem Areal der OMV-Raffinerie in Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha) sollen jahrzehntelang Ewigkeitschemikalien ins Grundwasser gekommen sein. Ursache dafür ist der bei Feuerwehrübungen eingesetzte Löschschaum, berichtete Der Standard . Im Zuge von Untersuchungen wurden im Raum Mannswörth erhöhte Werte von Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Grundwasser festgestellt. Das öffentliche Trinkwassernetz sei nicht betroffen, betonte die OMV. "Bis zur abschließenden fachlichen Bewertung wird empfohlen, Grundwasser in den betroffenen Bereichen jedenfalls nicht als Trinkwasser und auch vorsorglich nicht für die Gartenbewässerung, Poolbefüllung, Tierhaltung, Fischzucht oder ähnliche Anwendungen zu verwenden", wird auf der Webseite der von der OMV eingerichteten Ombudsstelle informiert. Haushalte wurden informiert Der betroffene Bereich liegt nördlich der Raffinerie im Raum der Katastralgemeinde Mannswörth. Viele Bewohner nutzen dort neben dem öffentlichen Netz auch private Hausbrunnen, berichtete die Tageszeitung. Betroffene Haushalte werden von der OMV gemeinsam mit der Stadtgemeinde Schwechat schriftlich informiert. Festgestellt wurden bis zu 0,3 Mikrogramm pro Liter - das ist dreimal höher als der seit Jänner geltende EU-Grenzwert. Bei anderen getesteten Hausbrunnen wurde eine Überschreitung um ungefähr zehn bis 15 Prozent erhoben. "Keine akute Toxizität" Allerdings gehe dieser EU-Grenzwert von einer lebenslangen Belastung aus, wurde Matthias Zessner, Professor an der Technischen Universität Wien , zitiert: "Das erhöhte Level ist zwar durchaus kritisch, aber es besteht keine akute Toxizität." Der Löschschaum wurde der Zeitung zufolge bis 2020 eingesetzt. Nun wolle die OMV ihr Sicherungssystem erweitern, um auch PFAS vollständig zu entfernen. Damit soll die weitere Ausbreitung eingedämmt werden. PFAS bauen sich in der natürlichen Umwelt nicht ab und können ein Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen. Greenpeace verlangt Aufklärung Greenpeace forderte von der OMV per Aussendung eine "lückenlose Aufklärung". Verlangt wurde "ein lückenloses österreichweites Monitoring, ein öffentliches PFAS-Register für belastete Böden und Wasser sowie ein rasches EU-weites Verbot dieser Umweltgifte". Bund und Länder müssten Industrieanlagen und Flughäfen systematisch untersuchen.
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