der Freitag
Die Tankstelle stand mal für Fortschritt und Aufbruch, dafür, dass man von Welt war. Heute ist sie ein Symbol des Niedergangs. Georg Seeßlen und Alf Mayer rekapitulieren Glanz und Elend einer Kultstätte I Wer heute eine Tankstelle ansteuert, blickt zunächst und vor allem besorgt auf die Preisschilder, die prominent unter dem Markenzeichen aufleuchten und deren Angaben seit Neuestem nur noch um zwölf Uhr mittags erhöht werden dürfen, was an der tiefen Entfremdung zwischen dem motorisierten Menschen und einem seiner Kultorte nichts ändert. Die Tankstelle war doch einst ein Symbol von Fortschritt und Wohlstand; auch in der Provinz zeigte die Existenz einer Tankstelle, dass man durchaus von dieser Welt war und keineswegs den Anschluss verpasste. Bei der Modelleisenbahn, die jeder männliche Nachwuchsbürger in den 1950er und 1960er Jahren zu einer regelbaren und geregelten Welt machen musste, war die Tankstelle ein zentrales Plastik-Bauwerk. Zuvor hatte ein Film Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag .
Go to News Site