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Der SC Kopten trotzt der Diskriminierung
KURIER

Der SC Kopten trotzt der Diskriminierung

Von Fabio Tartarotti „Die, die zu spät kamen, waren bestimmt noch beim Sozialamt“, lautet einer von vielen rassistischen Hasskommentaren unter einem Social-Media-Clip des SC Kopten , in dem Spieler augenzwinkernd angeben, welche ihrer Teamkollegen am unpünktlichsten sind. Die Antwort des Vereins : ein weiteres Video – diesmal stellen die Fußballer ihre Studiengänge vor. Im Kader des SC Kopten finden sich – unter anderem – angehende und fertige Wirtschaftsrechtler, Mediziner, Ingenieure und Informatiker. Dieser Clip ging viral, generierte bislang ca. 640.000 Aufrufe über TikTok und Instagram. Die Resonanz fiel überaus positiv aus: „Uns haben unglaublich viele unterstützende und liebe Nachrichten erreicht, einige davon von Leuten, die uns davor gar nicht kannten“, erzählt Abanoub Gerges , der seit 2015 als Innenverteidiger und mittlerweile auch als Funktionär für den Verein tätig ist. Gegründet wurde der Sportclub der Kopten von fußballspielenden Freunden aus der koptisch-orthodoxen Kirchengemeinde Wiens. Der Verein besteht zum größten Teil aus ägyptischstämmigen Österreichern aus der koptischen Community, ist aber für Spieler jeglicher Religion und Herkunft offen. Seit dem Erfolg des Videos ist der Hass im Internet zurückgegangen. Auf dem Rasen sind die Spieler laut Gerges allerdings immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt: „Auf manchen Plätzen kommt es schon mal vor, dass wir während des Matches von den Zuschauern beschimpft werden.“ Unter den Fußballern herrscht aber durchwegs Respekt: „Es dürfen am Fußballfeld, wo es emotional hergehen kann, auch mal Beleidigungen fallen, solange Grenzen nicht überschritten werden und man sich nach dem Abpfiff die Hand geben kann.“ Die Freude am Fußball lassen sich die Spieler des SC Kopten davon jedenfalls nicht nehmen, auch wenn es sportlich gerade nicht einwandfrei läuft: „Nach der Hinrunde waren wir Zweiter, was die beste Platzierung unserer Vereinsgeschichte war. Nachdem uns im Winter der Trainer und ein paar Spieler verlassen haben, sind wir in der Tabelle ein bisschen abgerutscht, aber wir freuen uns trotzdem auf jedes Spiel und wollen noch Schwung für die nächste Saison mitnehmen“, zeigt sich Gerges optimistisch. Dem übergeordnet legt der Verein aber vor allem auf eines Wert: „Uns ist besonders wichtig, als Vorbilder aufzutreten . Wir wollen die gesamte koptische Gemeinde Österreichs repräsentieren und dementsprechend achten wir darauf, uns am Feld und abseits davon richtig zu verhalten.“

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