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Wie nicht vererbte Eltern-Gene den Schulerfolg indirekt mitbestimmen

Wie nicht vererbte Eltern-Gene den Schulerfolg indirekt mitbestimmen

Mütter und Väter vererben ihren Kindern jeweils die Hälfte ihres Erbguts . Doch auch die bei ihnen verbleibenden Gene beeinflussen die Körpergröße, das Gewicht und die Schulnoten des Nachwuchses, berichtet der niederösterreichische Genomforscher Matthew Robinson. Das von elterlichen Genen geprägte Umfeld ist demnach fast genauso wichtig wie das eigene Erbgut (DNA) der Kinder, erklärt er mit Kollegen im Fachjournal Cell Genomics . Die genetische Ausstattung der Eltern wirkt sich nämlich auf das häusliche Umfeld , die Erziehung und viele andere Faktoren aus, die allesamt als "genetischer Umwelteinfluss" die Entwicklung eines Kindes mitgestalten, so Robinson, der am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (Niederösterreich) forscht. Zusätzlich sind bestimmte Gene bei Eizellen oder Spermien ausgeschaltet und zeigen beim Kind nur Wirkung, wenn sie vom Elternteil stammen, wo die Variante aktiviert ist. Elterliche DNA keine Ausrede für schlechte Zeugnisse Zusammengenommen sind diese beiden Effekte kaum weniger wirksam als die eigenen Gene eines Kindes, erklärte Robinson der APA . Er hatte mit Kollegen bei 30.000 Familien aus Norwegen und Estland die genetischen Daten und drei Merkmale analysiert, nämlich die Körpergröße, den Body-Mass-Index (das Gewicht im Verhältnis zur Größe) und Leistungen bei Schultests. Manche Gene sind dafür besonders wichtig und bestimmen sowohl direkt im Kind als auch über das elterliche Umfeld das Schicksal der Nachkommen. Auf die schulische Leistung eines Kindes haben die Gene aber viel weniger Einfluss als alles andere. "Die Umwelt spielt hier somit die mit Abstand größte Rolle ", sagte er: Zwei Drittel der individuellen Unterschiede in der Schule sind nämlich von Umwelteinflüssen abhängig . Nur ein knappes Viertel der schulischen Leistung lässt sich mit den Genen des Kindes erklären , der Rest mit der DNA der Eltern. Demnach bieten weder die eigenen Gene noch jene der Eltern einem Kind eine probate Ausrede für schlechte Schulnoten, wohl aber viele andere Dinge in seiner Umgebung. Gewicht und Größe der Kinder von Eltern-Genen mitbestimmt Auch bei der Körpergröße ist die Umwelt wichtiger als Erbgutunterschiede. Die Gene des Kindes bestimmen nur zu gut 30 Prozent, ob sie hochgewachsen, von durchschnittlicher Statur oder kleiner als ihre Klassenkolleginnen und -Kollegen sind. Die DNA der Eltern lässt die Größe der Kinder über den genetischen Umwelteinfluss und Herkunftseffekte (also ob sie von der Mutter oder dem Vater stammen) zusätzlich variieren. Ihr Beitrag beträgt etwa 14 Prozent. Beim Body-Mass-Index ist ebenfalls die Umgebung der Kinder entscheidend, nämlich zu 80 Prozent. Siebzehn Prozent ihres Körpergewichts lassen sich mit ihren eigenen Genen erklären, und die restlichen drei Prozent mit jenen der Eltern.

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