KURIER
Mit der Gedenkveranstaltung im Rathaus wurde am Dienstag der Opfer, ihrer Familien und aller Betroffenen gedacht, hieß es seitens der Stadt Graz. Es ging um ein würdevolles Zeichen des Erinnerns und des Zusammenhalts, abseits von Kameras. Die Stadt hatte in Abstimmung mit den Angehörigen bewusst auf eine öffentliche Gedenkveranstaltung verzichtet. Auch den Einsatzorganisationen und allen Freiwilligen, die Hilfe geleistet haben, wurde gedankt. Worte des Erinnerns sprachen die Direktorin des BORG Dreierschützengasse, Liane Strohmaier, der Obmann des Elternvereins, Mirza Candic, sowie Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ). Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) wie auch seine Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) nahmen daran teil. "Der Jahrestag bot Gelegenheit, innezuhalten und an die Menschen zu erinnern, die durch die Tat ihr Leben verloren haben. Graz hält zusammen. In stillem Gedenken und in Verbundenheit mit allen, die von den Ereignissen betroffen sind", hieß es seitens der Stadt. Erinnern im Grazer Dom und an Schule Die Mitglieder der Steiermärkischen Landesregierung unter der Führung von Landeshauptmann Kunasek und Landeshauptmannstellvertreterin Khom, das Landtagspräsidium sowie die Klubobleute aller im Landtag vertretenen Parteien versammelten sich zum interreligiösen Gedenkakt im Grazer Dom. Durch den Gedenkakt führten Dompfarrer Ewald Pristavec, Superintendent Wolfgang Rehner und Imam Sakib Zekan. In der Schule wurde am Mittwoch ebenfalls der Opfer gedacht - Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal erinnerten sich gemeinsam an den 10. Juni 2025. Sämtliche Veranstaltungen blieben unter Ausschluss der Medien . Gedenkminute im Ministerrat Im Ministerrat wurde am Mittwoch mit einer Gedenkminute an den Amoklauf erinnert. Am 10. Juni des Vorjahres war ein ehemaliger Schüler mit zwei Schusswaffen in das Schulgebäude eingedrungen und hatte dort wahllos auf Menschen gefeuert. Neun Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft wurden getötet, weitere elf Personen schwer verletzt. Politik will bei weiteren Maßnahmen nachschärfen "Auch heute gibt es keine Worte, um den Schmerz, die Fassungslosigkeit und die Trauer auszudrücken, die durch diesen Gewaltexzess eines Einzelnen angerichtet wurde", wurde Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in einer Aussendung zitiert. "Menschlichkeit und Mitgefühl sind unsere stärkste Antwort auf Hass und Gewalt. Heute und jeden Tag. Wir werden euch nie vergessen." Auch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) betonte, der Amoklauf habe "sich tief in das Gedächtnis unserer Gesellschaft eingebrannt". Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) erklärte: "Schulen müssen ein sicherer Ort sein, damit sich Kinder und Jugendliche bestmöglich entfalten können." Bundespräsident Alexander Van der Bellen erinnerte im Kurznachrichtendienst X an die Tat: "Es bleibt unsere Aufgabe, alles zu tun, um die Hinterbliebenen zu unterstützen mit allem, was wir als Gemeinschaft haben." Gesetzesänderung geplant Neben den Sofortmaßnahmen, die zur Unterstützung der Betroffenen auf den Weg gebracht wurden, hat sich die Bundesregierung zum Ziel gemacht, das Verbrechensopfergesetz mittels einer Novellierung weiterzuentwickeln. Geplant seien insbesondere die Verdoppelung der Pauschalentschädigung für Schmerzengeld, erleichterte Ansprüche für vulnerable Opfergruppen sowie ein Ausbau der psychosozialen und klinisch-psychologischen Unterstützung. Der Gesetzesentwurf werde nun zur Begutachtung vorgelegt.
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