KURIER
Begonnen hat das dunkle Kapitel mit Österreichs EU-Beitritt 1995. Von da an sollte es 31 Jahre dauern, ehe unserem Selbstverständnis endlich Genüge getan und unserem Stolz Rechnung getragen wird. Am 14. Juni 2026 ist es so weit, die Türen werden geöffnet – für die Flucht aus dem Konfitüre -Kerker. Seit 1979 sah das europäische Recht nach einer britischen Initiative vor, dass im Handel nur Produkte aus Zitrusfrüchten den Namen „ Marmelade “ tragen dürfen. Und dieser Verordnung musste auch Österreich – Marillen hin, Erdbeeren her – Folge leisten. Das ändert sich jetzt dank der EU-„Frühstücksrichtlinie“ . Nicht lachen, der Begriff heißt tatsächlich so (zur Strafe sollte sich der Ausdenker ein Leben lang nix anderes mehr als Orange-Jam auf den Toast streichen dürfen). Im Sprachgebrauch leistete unser Völkchen aber ohnedies verlässlich Widerstand: Was auch immer auf den Gläsern stehen musste, bei uns war justament a Marmelad’ drin. Und jetzt dürfen wir eben ganz offiziell über alle Grenzen rufen: „Konfitüre könnt’s Euch in die Haare schmieren!“
Go to News Site