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NGO-Kritik: So viele Milliarden vererben die reichsten Österreicher im Jahr
KURIER

NGO-Kritik: So viele Milliarden vererben die reichsten Österreicher im Jahr

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac weist auf hohe Beträge von steuerfrei vererbtem Vermögen in Österreich hin. Laut einer aktuellen Berechnung der NGO haben die Erben der 100 reichsten Österreicher und Österreicherinnen seit dem Auslaufen der Erbschaftssteuer 2008 76,4 Milliarden Euro geerbt - ohne dafür Steuern zu leisten. Das entspreche durchschnittlich 4,2 Milliarden Euro an Erbe pro Jahr. Attac zog für seine Analyse die Listen der 100 reichsten Österreicher seit 2008 des Magazins Trend heran. Um eine vergleichbare Summe durch Arbeit zu verdienen, müssten rund 82.000 Menschen ein ganzes Jahr lang arbeiten und Steuern zahlen, so Attac. Allein die zehn größten Erbschaften in Österreich im untersuchten Zeitraum würden sich auf mehr als 51 Milliarden Euro summieren. Vorschlag für progressive Erbschaftssteuer ab 5 Millionen Euro Das Auslaufen der Erbschaftssteuer 2008 habe ein "milliardenschweres Steuerprivileg" geschaffen, so Attac. Vor dem Hintergrund der aktuellen Budgetdebatte fordert das Netzwerk daher die Wiedereinführung einer progressiven Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem Freibetrag von 5 Millionen Euro. Zwischen 5 und 10 Mio. Erbe sieht das Modell einen Steuersatz von 30 Prozent vor, zwischen 10 und 50 Millionen Euro 35 Prozent und über 50 Mio. Euro dann 50 Prozent. Hätte man die Erbschaftssteuer 2008 nach diesem Vorschlag reformiert, hätten die Erben und Erbinnen der 100 reichsten Österreicher und Österreicherinnen in diesem Zeitraum 36,2 Milliarden Euro an Steuerbeiträgen geleistet, so die Rechnung von Attac. Mit den aktuellen Erbschaftssteuermodellen von SPÖ bzw. Grünen wären es 26,4 Milliarden Euro gewesen. "Die potenziellen Gesamteinnahmen, die nicht nur die 100 Reichsten, sondern alle Steuerpflichtigen über den jeweiligen Freibeträgen inkludiert, wären deutlich höher ausgefallen", so die NGO. "In Österreich wächst Reichtum vor allem durch Vererbung. Ausgerechnet die leistungslosen Einkommen der Reichsten tragen jedoch nichts zum Allgemeinwohl bei, während es für die breite Mehrheit massive Kürzungen geben soll. Die Wiedereinführung einer progressiven Erbschaftssteuer ist daher dringend nötig", erklärte Mario Taschwer von Attac Österreich. Eine solche Besteuerung würde nicht nur für Steuergerechtigkeit sorgen, sondern auch die Demokratie vor der "ausufernden Macht der Reichsten" schützen. "Enorme Vermögenskonzentration" Denn ohne eine "gerechte Besteuerung" großer Erbeinkommen werde die "enorme Vermögenskonzentration" weiter zunehmen, so Attac. Studien würden davon ausgehen, dass sich das gesamte durchschnittliche jährliche Erbvolumen in Österreich von aktuell 22 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 41 Milliarden Euro im Jahr 2050 fast verdoppeln wird. Attac-Berechnungen würden zeigen, dass sich insbesondere das Vermögen der Milliardäre und Milliardärinnen sogar alle sieben Jahre verdoppelt. "Somit ist in den nächsten Jahren von einem noch deutlich höheren Einnahmenpotenzial durch Erbschaftssteuern auszugehen", hieß es.

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