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Romano Schmid: "Ich habe Baumgartner so viel zu verdanken"

"Das ist ja ein guter Start", meinte Romano Schmid bei der Pressekonferenz in Santa Barbara, als er noch vor dem ersten Wort eine Werbung versehentlich vom Tisch wischte. Dabei war er doch so ausgeschlafen, weil ihm der Jetlag nichts anhaben konnte. "Mir geht es damit ein bissl besser als anderen. Ich habe gleich nach der Ankunft von 20.30 Uhr bis 7.30 Uhr durchgeschlafen. Mir geht es gut, ich kann normal schlafen." Eine besondere Geschichte und dadurch ein besonderes Verhältnis verbindet den 26-jährigen Schmid mit Christoph Baumgartner , der aufgrund einer schweren Verletzung mit anschließender Operation die WM verpasst. "Ich weiß, wie der Baumi wirklich ist", so Schmid, der wie andere seiner Kollegen regelmäßig Kontakt zu Baumgartner hält. "Er ist früher einmal bei der U17 für die Elite-Runde ausgefallen, ich bin für ihn nachgerückt und habe dann im entscheidenden Spiel das entscheidende Tor für die EM-Teilnahme erzielt." Baumgartner reagierte menschlich überragend, war der erste Gratulant. "Und dann haben wir gemeinsam die U17-EM gespielt. Ich hätte sehr gerne mit ihm die WM-Bühne geteilt", so Bremen-Legionär Schmid. "Er hat mich geprägt." Und ausgerechnet Schmid könnte jetzt bei der WM auf der Position der Nummer 10 Baumgartner ersetzen , auch wenn er seit vier Jahren im Team stets über den rechten Flügel agiert. "Man kann den Baumi nicht 1:1 ersetzen, er ist ein komplett anderer Spielertyp im Vergleich zu mir." Interessanter Nachsatz: "Ich glaube aber, dass meine beste Position eher im Zentrum ist." Schnell angefügter Nachnachsatz: "Die Frage muss man dem Teamchef stellen und nicht mir." Umgekehrt hat sich Schmid aktiv für die Einbürgerung von Paul Wanner und Carney Chukwuemeka eingesetzt. Uneigennützig, weil beide ihm wiederum seine Position streitig machen könnten. "Carney habe ich vorher nicht so gekannt. Aber Paul habe ich immer wieder zu überreden versucht, wenn wir gegeneinander gespielt haben." Unterm Strich, so der gebürtige Steirer, gehe es um die Qualität. "Es ist schon so, dass ich spielen will. Ich bin auch selbstbewusst genug, dass ich dennoch spielen kann. Man will aber mit guten Fußballern zusammen spielen." Die WM ist für ihn wie für seine Kollegen etwas Besonderes, auch die USA. "Ich war noch nie in diesem Land. Das Hotel, der Trainingsplatz, die Stadt, das alles ist außergewöhnlich." Schmids Augen leuchten regelrecht, wenn er über das bevorstehende Turnier spricht. "Man sollte sich immer vor Augen führen, welch weiten Weg man gegangen ist. Wir wollten alle als kleine Kinder Fußball spielen, Profi werden, irgendwann einmal zu einer WM." Jetzt sind sie dort. Als der ganz junge Romano Schmid draußen gekickt hat, dann haben sie große Spiele oder Weltmeisterschaften nachgespielt. Er war dabei ein bisschen wie der Brasilianer Ronaldo . "Vielleicht spielen meine Kinder einmal die Spiele nach, die der Conny wirklich gespielt hat", meint Schmid mit einem Grinsen und einem Seitenblick auf den neben ihm sitzenden Konrad Laimer . "Jedes Kind sollte im Kopf haben, dass es das schaffen kann." Das will er vermitteln und weitergeben.

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