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Experiment: Wie aus alten Socken junges Gemüse wird
KURIER

Experiment: Wie aus alten Socken junges Gemüse wird

von Ingrid Greisenegger In der Schweiz haben 1.000 Menschen, Erwachsene und Kinder, unter wissenschaftlicher Anleitung des Bundesamts für Landwirtschaft Unterhosen aus Baumwolle 30 cm tief im Boden vergraben, um herauszufinden, wie es um dessen Qualität bestellt ist. Es ist spannend, das selbst zu probieren, im Garten, in großen Blumentöpfen oder im Hochbeet. Was dahinter steckt? Gesunder Boden ist von Milliarden Lebewesen besiedelt, mikroskopisch kleinen bis hin zum Regenwurm. Sie zerlegen organisches Material (Wurzeln, Blätter, Wolle, Baumwolle, Leinen) und machen fruchtbaren Humus daraus, den alle Pflanzen zum Wachsen brauchen. Je mehr Lebewesen im Boden tätig sind, die meisten unsichtbar, desto gesünder ist er und desto schneller und gründlicher wird auch das vergrabene Material zersetzt. Im Labor benützt man Spezialgeräte, um zu untersuchen, wie aktiv die „Unterirdischen“ sind, man macht DNA-Analysen oder misst Gase, die durch die Atmung von Bodenlebewesen entstehen. Wenn es im Boden tüchtig „wurlt“, ist das nicht nur gut für den Ernteertrag, es wirkt der Bodenerosion entgegen und dient dem Klimaschutz durch Bindung von großen Mengen Kohlenstoff im Erdreich. So funktioniert’s Wir setzen für unser Experiment Baumwoll- oder Wollsocken ein, die ohnehin entsorgt werden sollen. Wir vergraben sie an verschiedenen Stellen und sollten nicht vergessen, diese zu markieren, damit wir den Platz auch wieder finden. Nach vier Wochen lohnt es sich, nachzuschauen, was von den Socken übrig geblieben ist. Vielleicht sind sie dann schon komplett verrottet, es sollten nur noch die Elastikfäden des Bündchens übrig sein, denn Plastik mögen die „Unterirdischen“ nicht. Es hat auch im Boden nichts verloren. Wer dann noch Salat oder Radieschen an der Teststelle auspflanzt, kann zurecht sagen: die sind aus meinen alten Socken gewachsen.

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