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Wiens größtes Umspannwerk geht erneut ans Netz
KURIER

Wiens größtes Umspannwerk geht erneut ans Netz

Man steht hier auf symbolträchtigem Boden, sagt Gerhard Fida , Vorsitzender der Geschäftsführung der Wiener Netze am Montag beim Umspannwerk Simmering . Schließlich wurde hier im Jahr 1902 das erste große Elektrizitätswerk Wiens in Betrieb genommen. „Es ist das Herz der Wiener Stromversorgung“, sagt Fida. Dieses Herzstück des Wiener Stromnetzes wurde nun bei laufendem Betrieb umfassend modernisiert und erweitert. Das Umspannwerk erhielt eine neue 380-kV-Schaltanlage sowie einen fünften Transformator . Allein dessen Anlieferung war aufgrund seiner Dimensionen eine Herausforderung: Der Transformator wiegt 300 Tonnen und musste per Bahn transportiert und mit einem Spezialkran an seinen Platz gehoben werden. Anforderungen steigen „Rund 150.000 Meter Kabel wurden verlegt, mehr als 10.000 m³ Beton sowie 770 Tonnen Baustahl wurden verbaut“, so Wolfgang Jordan , der Projektleiter der Wiener Netze. Der Spatenstich erfolgte 2020, am Montag wurde das modernisierte Umspannwerk mit der neuen Schaltanlage offiziell in Betrieb genommen. Insgesamt wurden 150 Millionen Euro investiert. Notwendig wurde die Investition durch die Entwicklung der Stadt. „Der Stromverbrauch steigt und die Leistungsspitzen nehmen zu, da brauchen wir mehr Kapazität im Stromnetz“, erklärt Fida. Zudem würden mit der Energiewende und der zunehmenden Elektrifizierung von Mobilität, Industrie und Wärmeversorgung auch die Anforderungen an die Netze steigen, sagt Stefan Gara , der Energiesprecher der Wiener Neos. Hier schafft das neue Umspannwerk Abhilfe. „Es schafft die Voraussetzungen, um künftig noch mehr erneuerbaren Strom – insbesondere aus den Windkraftregionen im Osten Österreichs – zuverlässig in die Stadt zu bringen“, sagt Gara. Eines der größten Europas Das Umspannwerk Simmering ist zwar nur eines von 47 Umspannwerken im Wiener Stadtgebiet, jedoch das größte der Stadt und mit 127 Schaltfeldern sogar eines der größten Umspannwerke Europas. Gesteuert wird es – wie alle Wiener Umspannwerke – von der Zentrale der Wiener Netze aus. „Die Wiener Netze haben eine Versorgungssicherheit von 99,9 Prozent und sind damit einer der zuverlässigsten Versorger der Welt. Durch das engmaschige Netz können bei einem Ausfall einer Leitung die Kundinnen und Kunden durch Umschaltung über ein anderes System versorgt werden. Dadurch werden die Ausfallzeiten extrem kurz gehalten“, sagt Ulli Sima , Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke (SPÖ). Rund 1,6 Millionen Menschen in Wien sowie Teilen Niederösterreichs und des Burgenlandes werden von den Wiener Netzen versorgt. Dabei spielen die Umspannwerke eine zentrale Rolle. Sie verbinden die unterschiedlichen Spannungsebenen des Stromnetzes miteinander und sorgen dafür, dass die elektrische Energie vom überregionalen Hochspannungsnetz bis zu den Verbrauchern verteilt werden kann. Das Stromnetz der Wiener Netze umfasst insgesamt 21.100 Kilometer.

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