Collector
Was tun gegen Badeunfälle? | Collector
Was tun gegen Badeunfälle?
KURIER

Was tun gegen Badeunfälle?

Im Schnitt ertrinken in Österreich pro Jahr rund 42 Menschen. Das zeigt die Todesursachenstatistik der vergangenen zehn Jahre. Bei der durchschnittlichen Opferzahl pro Jahr steht Wien an dritter Stelle. Erst kürzlich ist es in der Neuen Donau wieder zu einem Badeunfall gekommen, ein 27-Jähriger ist nach dem Sprung von einem Boot nicht wieder aufgetaucht. Einen Grund dafür gibt es noch nicht. Die Obduktion ist laut Polizei noch nicht abgeschlossen. Eines steht aber schon fest: Der Fall passt in die Statistik. Die Hälfte der Opfer von tödlichen Badeunfällen ist zwischen 15 und 64 Jahre alt. Und genau an diesem Punkt würde das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) mit der Prävention ansetzen. „Die Stadt Wien hat in den vergangenen Jahren schon sehr gute Schritte gesetzt“, sagt Johanna Trauner-Karner vom KFV. Lücken gebe es allerdings noch bei Frauenschwimmkursen und den Schwimmkursen für ältere Kinder ab elf Jahren, etwa in der Mittelschule. Vor allem für Letzteres brauche es „ein strukturiertes Programm“, sagt Trauner-Karner. „Da sehen wir großen Bedarf.“ Ganz so leicht dürfte es aber nicht sein, verpflichtende Schwimmkurse für ältere Kinder einzuführen, ist aus der Stadt zu hören. Zumal es unterschiedliche Schultypen gebe und die Wasserflächen in Wien „begrenzt“ seien. Schon jetzt müsse man in den Wiener Bädern die Schulklassen (in der 3. Klasse Volksschule gibt es verpflichtende Schwimmkurse), die Vereine und die eigenen Schwimmkurse unterbringen, heißt es von der MA 44 (Wiener Bäder). Kein leichtes Unterfangen. Eine etwas leichter umsetzbare Forderung des KFV wäre dann wohl der Gratis-Verleih von Bojen. Getestet wird das derzeit am Bodensee in Vorarlberg. Interessierte können sich dort aufblasbare Bojen kostenlos ausleihen. Was aber, wenn sie die Bojen nicht wieder zurückbringen? „Wenn sie sie dann verwenden, umso besser“, sagt Trauner-Karner. Ob dieser lockere Zugang zu Eigentum auch den Wienerinnen und Wienern gefallen würde?

Go to News Site