KURIER
Morgen hält Finanzminister Markus Marterbauer im Parlament seine Budgetrede. Die Rede ist, wie man hört, bereits fertig, sie wird rund 80 Minuten dauern, und der Minister hat sie selbst geschrieben. (Dass das dazugesagt wird, lässt darauf schließen, dass es nicht selbstverständlich ist.) Besonders für die anderen Ministerinnen und Minister ist die Rede wegweisend. Sie alle haben den Kollegen in den vergangenen Wochen davon zu überzeugen versucht, dass er überall sparen solle, nur nicht in ihrem Ressort. Der Finanzminister wird sich morgen also nicht nur Freunde machen. Wir Bürger wissen genau, wie er sich fühlt. Zu Hause halten wir nämlich andauernd Budgetreden, und im Unterschied zum Finanzminister können wir keine neuen Steuern einführen, müssen wir das Budget ausschließlich ausgabenseitig sanieren. Das Taschengeld wird nicht an die Inflation angepasst, notwendige Sanierungsmaßnahmen im Eigenheim werden verschoben, auf Reisen verzichtet. „Fahren wir dann nächstes Jahr wieder auf Urlaub, Papa?“ – „Leider nein, Kind, das ist ein Doppelbudget.“
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