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ÖFB-Team: Keine Spione wie damals | Collector
ÖFB-Team: Keine Spione wie damals

ÖFB-Team: Keine Spione wie damals

Alles hat Teamchef Ralf Rangnick bedacht, aber diese Baustelle machte ihm beinahe einen Strich durch die Rechnung. Hinter dem Harder Stadium der Universität Santa Barbara , wo Österreichs Nationalteam täglich trainiert, ragen Kräne in die Höhe, weil aktuell neue Gebäude entstehen. Von dieser erhabenen Position oder dem Dach des Rohbaus aus ließe sich wunderbar das interne Testspiel des ÖFB-Teams beobachten, um Rückschlüsse auf die Aufstellung für das Jordanien-Spiel zu ziehen. Steht Marko Arnautovic in der Startelf? Ist David Alaba fit genug? Voraussetzung wäre allerdings, einen der Bauarbeiter zum Verleih seines gelben Helms zu überreden. Ein Aufwand, den es wohl nicht wert ist, da man das Verhältnis zu Rangnick und dem ÖFB dauerhaft schädigen würde. Früher war nicht alles besser, doch aber anders. Zum Beispiel bei der Heim-EM 2008 . Im Vorfeld des Turniers testete das Team von Josef Hickersberger in Lindabrunn geheim gegen Kuba . Was allerdings einige Journalisten nicht davon abhielt, durch das Unterholz des Lindabrunner Waldes zu robben, um doch ein paar Einblicke zu erhaschen. Ein damals schon nicht mehr ganz junger Fotograf verlor kurzfristig den Fokus und blieb mit der Kamera an einem Zaun hängen. Beim Abschlusstraining des teams in Stegersbach vor dem Auftaktspiel gegen Kroatien diente ein nahe gelegener Hügel, um die Sichtbarrieren rund um den Platz zu umgehen und Aufstellung wie taktische Formation zu erkennen. Spieler wie Teamchef bemerkten die „Spione“ und winkten nach oben. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Deutschland im Happel-Stadion durften Journalisten wie mittlerweile seit vielen Jahren üblich nur 15 Minuten des Abschlusstrainings verfolgen, wurden dann von Security-Beamten aus dem Oval komplimentiert. Nicht so ein gewiefter Vertreter der Zunft, der schlichtweg falsch abbog und sich unter den Metallsitzen versteckte, das komplette Training beobachtete und somit die Startelf wusste. Als er schließlich das Stadion verließ, tönte er den Ordnern entgegen: „Ein Skandal! Seit einer Dreiviertelstunde versuche ich aus diesem Stadion herauszukommen! Keiner hilft einem.“

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