KURIER
Der Iran-Krieg geht unvermindert weiter. Während US-Präsident Trump ankündigte in den nächsten fünf Tagen keine Energieinfrastruktur im Iran anzugreifen, warnt der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten . Auch Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) zeigt sich "zunehmend pessimistisch", was die Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft betrifft. In der ZiB2 war dazu der ehemalige Chef der E-Control, Walter Boltz , zu Gast bei Armin Wolf. Boltz: Versorgungsengpässe bei Gas zu erwarten Boltz rät, Aussagen von Trump nicht überzubewerten. "Ich glaube, wir sollten die Kommentare von Donald Trump nicht allzu ernst nehmen." Die Lage sei "relativ ernst in den Emiraten und im ganzen Golf". Deshalb rechnet er nicht mit einer nachhaltigen Entspannung: "Ich glaube nicht, dass die Energiepreise jetzt nachhaltig wieder sinken werden, in den nächsten Wochen zumindest." Beim Diesel hält Boltz extreme Prognosen für möglich, wenn auch nicht sofort. " 3 Euro ist vielleicht noch etwas ehrgeizig, im Moment liegen wir etwas über 2." In absehbarer Zeit könne der Preis aber steigen: "Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir in absehbarer Zeit auf 2,50, 2,70 kommen." Versorgungsengpässe erwartet er vor allem beim Gas. Beim Öl seien Probleme, "wenn überhaupt, nur sehr kurzfristig". Für Europa prognostiziert er zwar ausreichende Mengen , aber deutlich höhere Preise. "Regierung kann nicht mehr machen" Selbst ein rasches Kriegsende würde wenig ändern. "Diese großen Anlagen, die sind nicht in drei Monaten zu reparieren, das dauert Jahre." Deshalb rechnet Boltz mit zwei bis drei Jahren hoher Preise und Einschränkungen. Appelle allein reichen aus seiner Sicht nicht. Tempolimits seien "ein relativ geringer Eingriff". Entscheidend sei die Nachfrageseite: "Wenn wir in ganz Europa es schaffen, den Erdölverbrauch um 10, 15 Prozent zu senken, dann heißt es auch, dass wir doch eine deutliche Reduktion der Preise sehen würden." Preisbremsen sieht er kritisch, da hohe Preise auch ein Signal der Knappheit seien. Zu staatlichen Eingriffen sagt er: "Ich glaube, dass die Regierung nicht wahnsinnig viel mehr machen kann ." Schleppende Ausbau der Erneuerbaren Energie "rächt sich" Aus der Energiekrise 2022 habe man zu wenig gelernt. "Das rächt sich natürlich im Moment", sagt Boltz mit Blick auf den schleppenden Ausbau der Erneuerbaren. Eine Reform der Strompreisbildung erwartet er nicht: "Ich glaube auch, dass die Änderung der Merit Order in der EU keine Mehrheit finden wird."
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