KURIER
Hyrox begann als Nischenveranstaltung für ambitionierte Freizeitsportler. Heute füllt das Sportformat Messehallen und dominiert Feeds auf Social Media. Kurze Videos zeigen Laufstrecken, Kraftstationen und erschöpfte Gesichter – vor über Zehntausenden Zuschauern. Acht Stationen müssen die Teilnehmer beim Hyrox -Event absolvieren: 1.000 Meter Ski Ergometer, über-100-Kilo-Schlitten ziehen und schieben, Burpee-Weitsprünge, 1.000 Meter rudern, Farmer’s Carry (Gewichte tragen), Sandbag-Lunges (Ausfallschritte mit Sandsack) sowie Wall Balls (Bälle sind über sechs Kilo schwer). Zusätzlich wird insgesamt acht Kilometer gelaufen. Der Wettkampf dauert zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Schnell ausverkauft „Die Tickets sind nicht mehr so einfach zu bekommen. Für das Hyrox-Event in Paris standen rund 30.000 Teilnehmer in der virtuellen Warteschleife“, erzählt der Hyrox-Coach Christian Szalay , der in Wien vier Sportstudios betreibt. Die nächsten Hyrox-Veranstaltungen finden in Köln und Berlin (siehe Info-Box, re.) im April und Mai statt: „Ich weiß, dass sich für den Pre-Sale in Berlin mindestens 25 unserer Kunden angemeldet haben.“ Warum der Wettkampf so beliebt ist? „Die Übungen sind zwar anstrengend, aber nicht komplex. Die Stimmung ist ähnlich wie bei einem Marathon.“ Die Teilnehmer können als Single, im Double oder im Staffel-Team antreten und zwischen Open und Pro (= mehr Gewicht) wählen. Vor Ort achten sogenannte Judges darauf, dass alle Aktivitäten von den Teilnehmenden korrekt ausgeführt werden. „Bei den Lunges muss das Knie den Boden berühren. Ansonsten muss die Übung nochmal ausgeführt werden.“ Vorbereitungszeit Für einen Hyrox-Wettkampf empfiehlt der Experte, mindestens drei bis fünf Monate vorher mit dem Training zu beginnen – je nach Fitnesslevel auch schon früher. In dieser Zeit sollte drei bis vier Mal pro Woche trainiert werden. „Zweimal laufen ist ideal: einmal langsam sowie einmal schnell – etwa im Rahmen eines Intervalltrainings.“ Zusätzlich empfiehlt er Hyrox-Gruppenkurse. Diese werden zum Beispiel in den Studios von Szalay in Wien angeboten. „Dort kann man gleich testen, ob man es überhaupt schafft, einen über 100-Kilo-schweren Schlitten 15 Meter zu schieben. Unsere Trainer merken schnell, wie fit die Teilnehmer sind.“ Auch Bootcamp- oder HIIT-Trainings seien eine gute Vorbereitung für den Fitness–Wettkampf. Die meisten Hyrox-Teilnehmer sind zwischen 25 und 30 Jahre alt, „aber es hat auch schon ein 16-Jähriger mitgemacht, einmal war einer dabei, der über 80 Jahre alt war“. Mit Papa bei Hyrox Szalay selbst nahm vergangenes Jahr an einem Hyrox-Event in Rimini ( Italien ) teil – gemeinsam mit seinem 67-jährigen Vater. „Das war für ihn eine Herausforderung, aber 85 Prozent der Stationen habe ich gemacht“, erzählt er. Bis auf die Laufstrecke von acht Kilometern können alle Stationen aufgeteilt werden. Ganz ohne Vorbereitung zu einem Hyrox-Event zu gehen, sei nicht ratsam, sagt Szalay. „Es ist schon vorgekommen, dass jemand nach einer Trainingseinheit bei uns sein Ticket fürs Hyrox-Event wieder retournieren wollte, weil’s so anstrengend war. Aber zum Glück konnte er im Double antreten.“ Für eine Karte zahlt man nicht wenig – rund 130 Euro. Es lohnt sich daher, Zeit in das Training zu investieren. Dann macht der Wettkampf umso mehr Spaß.
Go to News Site