Gesamtweltcup: So kann Emma Aicher Superstar Shiffrin noch abfangen
KURIER

Gesamtweltcup: So kann Emma Aicher Superstar Shiffrin noch abfangen

Mikaela Shiffrin ist schon viel zu lange im Weltcup, dass sie die Feste feiern würde, bevor sie fallen. Auch wenn keine großen Zweifel mehr bestehen dürften, wer heute Nachmittag in Hafjell die große Kristallkugel in die Höhe stemmen wird. Es müsste da im abschließenden Riesentorlauf (9.30/12:30) schon mit dem Skiteufel zugehen, dass Shiffrin ihren Vorsprung von 85 Punkten noch verspielt und sich Emma Aicher auf den letzten Drücker noch den Gesamtweltcup holt. Aicher muss gewinnen Zur Einordnung: Mikaela Shiffrin genügt im Riesentorlauf bereits ein 15. Platz, während die junge deutsche Herausforderin zum Siegen verdammt ist – schwer vorstellbar, dass das Unvorstellbare eintritt. „Ich fühle mich trotzdem nicht sicher. In einem Rennen kann viel passieren“, erklärte Mikaela Shiffrin in einem Anflug von Zweckpessimismus nach ihrem Slalom-Triumph am Dienstag, mit dem sie ihren Vorsprung gegen Aicher (3.) um 40 Zähler ausbaute. Großer Respekt Dass die 31-Jährige trotz der idealen Ausgangsposition so vehement auf die Euphoriebremse steigt, hat vor allem mit Emma Aicher und ihrer rasanten Entwicklung zur Weltklasseläuferin zu tun. Mikaela Shiffrin hat einen Riesenrespekt vor der 22-jährigen Allrounderin, die das Zeug gehabt hätte, den US-Skistar schon in dieser Saison vom Thron zu stoßen. Ohne ihre sechs Ausfälle wäre der Kampf um den Gesamtweltcup womöglich bereits zugunsten von Emma Aicher entschieden. Die junge Alleskönnerin hat Mikaela Shiffrin jedenfalls zu Höchstleistungen getrieben. Mit 31 kann der US-Superstar auf die beste Slalom-Saison der Karriere zurückblicken: Shiffrin feierte neun Weltcupsiege und sammelte 980 (!) von 1.000 möglichen Punkten. Große Konstanz Aber auch Emma Aicher ist auf ihre Weise ein Muster an Konstanz auf allerhöchstem Niveau – und das mittlerweile in sämtlichen Disziplinen . In zehn der letzten elf Weltcuprennen war die Deutsche in den Top 5 zu finden. Die 22-Jährige hat ihre Erwartungen längst übertroffen und heute im Riesentorlauf nichts zu verlieren. „Ich hätte das nie gedacht, vor einem Jahr war ich noch so weit weg.“ Emma Aicher empfiehlt sich vor dem letzten Rennen ein Blick in die Geschichtsbücher des Weltcups: Gerade beim Finale wurden schon die verrücktesten Geschichten geschrieben: 2008, Aicher war da gerade 4, ging Didier Cuche (SUI) mit einem Vorsprung von 99 Punkten in den letzten Super-G. Die Kristallkugel gewann dann der Österreicher Hannes Reichelt.

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