KURIER
Historischer Moment in der Kirchengeschichte: Mit dem Segen des Königshauses ist Sarah Mullally diese Woche als erste Frau in das Amt der Erzbischöfin von Canterbury eingesetzt worden. Der britische Thronfolger Prinz William und seine Frau Prinzessin Kate nahmen am Mittwoch stellvertretend für König Charles III. an einem feierlichen Gottesdienst mit etwa 2.000 Menschen in der Kathedrale von Canterbury teil. Der britische Monarch ist offizielles Oberhaupt der Church of England. Die geistliche Leitung liegt bei der Erzbischöfin. Unter den Gästen war auch Premierminister Keir Starmer . Besonderen Eindruck dürfte einmal mehr die künftige Königin hinterlassen haben: Der britischen Körpersprache-Expertin Judi James zufolge habe Kate wie eine "mächtige königliche Matriarchin" gewirkt, wie sie für das Nachrichtenportal Daily Express analysierte. Da "endlich eine Frau zur Erzbischöfin geweiht wurde", habe Kate "für das visuelle Gegengewicht gesorgt – mit einer Körpersprache und einem Styling, die sie elegant und entschlossen wirken ließen". James: "Ihre Schulterpolster werden im Power-Dressing-Stil immer markanter und größer, und dieses monochrome Outfit verlieh ihr einen kompromisslosen Look." Mullally ist die erste Frau, die das Bischofsamt von Canterbury innehat, ihre 105 Vorgänger waren allesamt Männer. Sie ist damit eine der wichtigsten Leitfiguren aller anglikanischen Kirchen weltweit, die als eine der größten protestantischen Kirchengemeinschaften gelten. Neue Erzbischöfin war früher Krankenschwester Mullally gilt als progressiv in Fragen der kirchlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, ist jedoch eine Gegnerin des geplanten Gesetzes zur aktiven Sterbehilfe der Labour-Regierung, das derzeit durch den Gesetzgebungsprozess im Parlament geht. Die 63-Jährige arbeitete früher als Krankenschwester für Krebspatienten und -patientinnen, bevor sie eine Karriere in der Kirche einschlug. Seit 2018 war sie Bischöfin von London. Mullally folgt auf Justin Welby , der im November 2024 wegen seiner Rolle bei der verschleppten Aufarbeitung eines Missbrauchsskandals zurücktreten musste. Das Amt war daraufhin längere Zeit unbesetzt.
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