KURIER
In der rechtskonservativen Regierungspartei Forza Italia , die 1994 vom italienischen Medienmogul Silvio Berlusconi gegründet wurde, hängt der Haussegen schief. Die Parteiführung von Außenminister und Vizepremier Antonio Tajani wird infrage gestellt. Laut Medienberichten will die Unternehmerin Marina Berlusconi , älteste Tochter des 2023 verstorbenen Medienunternehmers, einen Wechsel an der Spitze der Partei bewirken. Die Familie Berlusconi zählt zu den prominentesten Förderern der verschuldeten Regierungspartei. Die 59-jährige Marina Berlusconi, Chefin des renommierten Mailänder Verlags Mondadori , will den seit dem Tod ihres Vaters als Parteichef amtierenden Tajani zum Rücktritt bewegen und ihn im Hinblick auf die Parlamentswahlen im Frühjahr 2027 durch eine charismatischere Persönlichkeit ersetzen. Marina Berlusconi will, dass die Partei einen stark liberalen Kurs einschlägt - damit soll sie sich gegenüber den rechten Verbündeten Lega und Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) stärker profilieren. Revolution hat in der Forza Italia bereits begonnen Die Revolution hat in der Forza Italia bereits begonnen. Senator Maurizio Gasparri ist am Donnerstag als Vorsitzender der Forza-Italia-Fraktion im italienischen Senat zurückgetreten. Vorausgegangen war eine schriftliche Rücktrittsaufforderung von 14 der insgesamt 20 Forza-Italia-Senatoren, darunter die Ministerin für institutionelle Reformen und Verwaltungsvereinfachung, Maria Elisabetta Alberta Casellati, und der Minister für die öffentliche Verwaltung, Paolo Zangrillo. Gasparris Nachfolgerin wird die Senatorin Stefania Craxi, Tochter des 2000 verstorbenen Ex-Premiers Bettino Craxi. Sie war von 2006 bis 2013 Staatssekretärin im Außenministerium in der Regierung Silvio Berlusconis. Gasparris Rücktritt folgt auf die für die Forza Italia enttäuschenden Ergebnisse beim jüngsten Referendum über die Justizreform, vor allem in den von Präsidenten aus den Reihen der Forza Italia geführten Regionen im Süden sowie auch auf interne Auseinandersetzungen innerhalb der Partei. Die Familie Berlusconi hatte zuletzt immer wieder auf die Notwendigkeit einer Erneuerung in der Partei verwiesen, um sie im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2027 konkurrenzfähiger zu gestalten. Sie solle nach Auffassung der Berlusconis künftig "Frontleute mit Kommunikations- und Ideenstärke" präsentieren. Der Rücktritt Gasparris markiert nun den ersten Schritt dieses Erneuerungsprozesses.
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